Die Top-10-Gründe, warum die SPD natürlich in die GroKo muss.

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Nummer 10:
Man hat mit dem Sondierungspapier mühsam eine schwache Hoffnung auf Spurenelemente von SPD-Anteilen im GroKo-Regierungsprogramm aufrecht erhalten können. Im tiefen Vertrauen in den Glauben an diese Hoffnung wird die SPD das Leben der Menschen in der GroKo höchstwahrscheinlich doch auch ein klein bißchen besser machen können. Ganz bestimmt! (Hoffentlich.)

Nummer 9:
Die SPD ist jetzt endlich vorbereitet — darauf, dass sich vor allem die CSU größte Mühe geben wird, möglichst alle Vereinbarungen mit der SPD während der Regierungszeit zu sabotieren. Darauf richtet man sich proaktiv ein, indem man Handzettel druckt, auf denen steht: „Söder ist Schuld!“ Oder: „Dobrindt macht immer alles kaputt.“ Sie werden zu gegebener Stunde strategisch auf den großen Plätzen der Republik verteilt. Das macht dann jeweils immer alles wieder gut und man kann weiter vertrauensvoll Seit‘ an Seit‘ mit der CSU regieren.

Nummer 8:
Die Parteimitglieder, die fragen, was denn an den Sondierungsergebnissen noch sozial sein soll, sind ja eh nur putzige aufständische Zwerge — so in etwa hat das jedenfalls ein netter künftiger Koalitionskollege gesagt. Dass diese Zwerge glauben, das Wort „Sozial“ habe im Parteinamen irgendwas zu bedeuten, ist niedlich. Aber nur weil da ein paar Zwerge niedlich sind, braucht man ja nicht gleich soziale Politik ins Zentrum der eigenen Arbeit zu stellen. Denn wie soll man dann mit der Angela noch eine Regierung bilden?

Nummer 7:
Auf glanzvolle Weise wird der Parteispitze nun gelingen, was in den letzten GroKo-Legislaturperioden unmöglich schien: Mittels Top-Kommunikation werden plötzlich alle Erfolge der Regierung von der Regierungschefin weg- und auf die SPD hinreflektiert. Das funktioniert deshalb dieses Mal, weil man in den letzten GroKos einfach nicht daran gedacht hat. Aber dieses Mal hat man ja endlich diese total gute frische Idee. Außerdem sind die Leute an der Spitze der Partei derart kommunikativ versiert und taktisch behutsam-klug, dass sie die gesamte Bundesrepublik binnen kurzer Zeit mühelos vergessen lassen können, dass eigentlich Angela Merkel an der Spitze der Regierung steht.

Nummer 6:
Von dieser Kommunikationsoffensive wird vor allem die AfD derart beeindruckt sein, dass gegen Mitte der Legislaturperiode die AfD-Fraktion geschlossen die Waffen streckt, sich reuig aus dem Bundestag zurückzieht und einmütig entscheidet, in Argentinien ein neues Leben anzufangen.

Nummer 5:
Ökologie-Schmökologie. Den Klimawandel haben ja bekanntlich die Chinesen erfunden, wenn man einem respektablen amerikanischen Staatsmann glauben darf. Da kann man das Thema Kohleausstieg auch in Kommissionen verlegen und die Klimaziele 2020 klimafreundlich auf Recycling-Papier verbrennen.

Nummer 4:
Die vergangenen beiden GroKos zeigten unglücklicherweise, dass die SPD in GroKos satt Stimmen verliert und inzwischen weit davon entfernt ist, noch eine echte Volkspartei zu sein — und dass zudem die Ränder des demokratischen Spektrums durch eine GroKo gestärkt werden. Aber wenn man sich die knallharten Recken und Kämpferinnen rund um Martin Schulz herum ansieht, weiß man: Mit diesen komplett neu aufgestellten Leuten wird unter Garantie all das auf ein Mal komplett total völlig absolut anders.

Irgendwie.

Nummer 3:
Dass man viele nicht umgesetzte oder von der Union verschleppte Pläne aus dem vergangenen Koalitionsvertrag heute wieder im Sondierungspapier findet, sorgt für ein Gefühl der Sicherheit und der Vertrautheit.

Nummer 2:
Es darf kein Weiter-So geben. Deswegen ist Martin Schulz jetzt mit dabei. Damit ist es ein Weiter-So-Aber-Eben-Mit-Martin-Schulz. Und das ist ja ganz offensichtlich alles andere als ein Weiter-So.

Nummer 1:
Man wird in dieser Legislaturperiode eine ganz besondere Leistung der inneren und äußeren Zweiteilung hinbekommen: Während das SPD-Top-Personal zum einen als MinisterInnen gemeinsam mit der Union regiert, wird genau dasselbe Top-SPD-Personal gleichzeitig eine ganz neue SPD erfinden, welche die Union hart angeht und damit einen glaubwürdigen Gegenentwurf zum Regierungsprogramm darstellt. Durch diesen Geniestreich konstruktiver Schizophrenie wird es gelingen, dass die SPD in ganz Deutschland simultan als Partei der aktuellen Regierung wie auch als visionäre dringend gebrauchte neue Kraft für unser Land in schwieriger Zeit dasteht. Und so wird die SPD natürlich die Bundestagswahl 2021 überlegen gewinnen. Da die Union mit so viel Genie nicht mithalten kann, schließt sie sich daraufhin der AfD in Argentinien an. Und ab da wird es in Deutschland eh nur noch große Koalitionen aus SPD, Linke und Grünen geben (Merke: große Koalitionen sind gut), während die Opposition von nun an dauerhaft aus der FDP bestehen wird, für die zu diesem Zweck die 5%-Hürde abgeschafft wird.

(Hiervon inspiriert. Und übrigens: Lasst es uns auf eine Minderheitsregierung der Union ankommen lassen — Angela Merkel hat null Bock auf Neuwahlen.)

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