Rundumschlag: Presse, USA, Europa, Flüchtlinge und Schulz.

Rundumschlag: Presse, USA, Europa, Flüchtlinge und Schulz.

Ich habe mal wieder ein paar Links zusammengestellt, zu aktuellen politischen Themen.

Medien & „Free Speech“ in den USA
Ein aus meiner Sicht bemerkenswertes Zitat fand sich in einem Kommentar der New York Times über das erneuerte Mission Statement von Facebook. Danach soll Mark Zuckerberg folgendes gesagt haben:

“I don’t think that we, sitting here in California, are best positioned to know what the norms in communities around the world should be,” Mr. Zuckerberg said. “At some point, you just need a more dynamic system where people can just express that themselves.”

Sollte es wirklich zu dieser Art Bewusstseinswandel bei Facebook kommen — nachdem das Unternehmen ja ein Jahrzehnt lang eher dadurch aufgefallen ist, dass es seine eigene Idee von der Welt dieser überstülpen wollte — wäre das eine große Sache. Auch wenn Facebook absehbar ein rein profitorientiertes Unternehmen bleiben wird, für das Shareholder Value letztlich das einzige verlässliche Ziel ist, habe ich weiter die stille Hoffnung, dass das Unternehmen seine Verantwortung für das Lösen der großen Menschheitsprobleme vielleicht eines Tages wahrnimmt. Denn ich bin überzeugt davon, dass wir den Herausforderungen der Menschheit letztlich nur begegnen können, wenn wir einander näher kommen und uns besser miteinander abstimmen, im Bezug auf den Wandel, den unsere Welt braucht. Die Infrastruktur dafür steht mit Facebook zur Verfügung — sie muss nur zu diesen Zwecken verändert und verbessert werden. Vielleicht geht es ja langsam in diese Richtung?

Aus einer ganz anderen Ecke des Themas Free Speech in den US kommt die aktuelle Nachricht, dass der rechte Hetzer und Agitator Milo Yiannopolous offenbar aufgrund von Äußerungen zu Sex mit Minderjährigen nun sogar bei denen in Ungnade gefallen ist, die bislang im Namen von „Free Speech“ verteidigt haben, dass er seine rassistischen, frauenfeindlichen und fremdenfeindlichen Reden speit. Die Aktivistin Julia Serano hält ihnen allen Doppelmoral vor — zu recht:

I have no problems with any of these groups refusing to tolerate Yiannopoulos’s comment. And I have no qualms with their decisions to „no platform“ him over this issue. But I do want to point out that, by drawing the line there, the American Conservative Union, Simon & Schuster, Kurt Eichenwald, and others, are implicitly saying that EVERYTHING ELSE that Yiannopoulos has done up until this point — his long history of blatant racism, misogyny, and transphobia, and his penchant for doxxing, harassing, and intimidating marginalized individuals online and during his talks — all of that is a-okay. Absolutely tolerable. Within the boundaries of normal discourse, in their eyes.

Und dann gab es noch diese extrem hilfreiche Analyse, die erläutert, wie die amerikanische Rechte sich der Instrumente des Cluetrain Manifesto bemächtigt hat (das ich ungefähr ein Jahrzehnt lang selbst gepredigt habe) und auf diese Weise eine vergleichsweise kleine Gruppe von Menschen mittels Emotionalisierung einen übermächtig wirkenden medialen Kampf gewinnen kann:

This is a classic piece of asymmetric warfare, with a small, but highly-distributed but well-ordinated group of people punching far above their weight because they are focusing on a central narrative, and are using more powerful digital techniques than their sluggish, divided mainstream competitors. The newspapers and broadcast media have very big guns, but they’re all firing them at the same place – and it’s not where the opposition really are.

Während zwischen all diesem die New York Times — auf die wir ja alle letztlich dafür zählen, dass sie insbesondere in den USA und insbesondere in Zeiten wie diesen die Flagge des Journalismus hochhält — versucht, sich weiter digital neu zu erfinden. Und dabei Fortschritte macht:

The Times has had more success at building its digital subscriber base than any other publication. Its nearly $500 million in digital revenue not only dwarfs what any print publication has managed online, it also far exceeds leading digital-only publishers. At The Washington Post, which has invested heavily in digital growth since it was acquired by Amazon founder Jeff Bezos, digital revenue was reported in 2016 to be in the neighborhood of $60 million. In 2015, BuzzFeed brought in a reported $170 million, while the Huffington Post’s 2014 revenue, the most recent reported figure, was $146 million.

Vielleicht werde ich auch Abonnent. Ganz digital, im Widerspruch zu meinem Text von letzter Woche.

Flüchtlinge & Europa
In der taz kann man derweil davon lesen, wie sich manche Menschen in Europa auflehnen dagegen, dass die Parteien der politischen Mitte ihre Haltung zu den Flüchtlingen verändern, indem sie Positionen der Rechten übernehmen — was ja auch hierzulande aus Angst vor der AfD sattsam geschieht. Der kurze Artikel in der taz zitiert unter anderem Emmanuel Macron, und endet mit folgenden Worten:

So durchbrechen die Katalenen, die niederländischen Aktivisten und Macron den Fatalismus. Sie erinnern an das, was über die immer gleichen Nachrichten aus den Randgebieten Europas vergessen zu werden droht: dass wir eine Wahl haben.

Bei einem Mittagessen mit Louis Klein von der EUSG und Alexander Wragge von Die Offene Gesellschaft habe ich von „Pulse of Europe“ erfahren — davon hatte ich noch nicht gehört und war sehr erfreut, über deren Aktivitäten in der FAZ zu lesen:

Also Frage an die Frankfurter, die vor einer Woche einfach leise und freundlich zusammen in der Kälte standen: Warum? Antworten: Weil es guttut, mit der Angst vor Trump nicht allein zu sein. – Weil ich glaube, dass wir mehr sind als die, die behaupten, das Volk zu sein. Es wird jetzt Zeit, das zu zeigen. – Weil ich hoffe, dass die Politiker sehen, dass wir an Europa glauben. – Weil ich zum ersten Mal in meinem Leben merke, dass Europa nicht selbstverständlich ist. – Weil es nicht mehr reicht, mit Rotwein am Tisch zu sitzen und sich gegenseitig zu versichern, dass man recht hat. – Weil ich denen Mut machen will, die schweigen. Wir sind auch noch da.

Am nächsten Wochenende, an dem ich wieder in Berlin bin, werde ich sonntags auch zur Demo gehen. Für Europa auf die Straße zu gehen, ist eine Superidee.

Martin Schulz & Europa
Nachdem ich Fragen zu Martin Schulz‘ Haltung zu Europa gepostet hatte, haben mir Kommentatoren auf Facebook zwei Quellen dazu verlinkt. Einmal ein PDF, in dem Martin Schulz gemeinsam mit Sigmar Gabriel bereits im letzten Sommer — noch vor dem Brexit — eine Art Neugründung der EU gefordert hat. Die zentrale Forderung scheint aber eher wirtschaftlicher Natur zu sein, und dieses Gerede zum Aufschwung lässt auf Anhieb wieder nur weitere wirtschaftsliberale Politik befürchten, anstatt dass wirklich Großes geplant wird:

Wir brauchen jetzt den Mut, etwas Größeres zu wagen. Die Überzeugung, dass Europa für alle ein Gewinn ist, kann nur dann wieder stark werden, wenn wir endlich einen Ausweg aus der ökonomischen Krise finden. Deshalb gilt: Vorrang muss jetzt ein neuer wirtschaftlicher Aufschwung in Europa haben!

Danach folgen dann zehn Forderungen an eine Reform Europas, die im wirtschaftlichen Teil sehr viel Raum bekommen, aber für mich nach einer Politik klingen, die auch von der FDP kommen könnte. Derweil wird die Frage nach der Gerechtigkeit auf den Umgang mit Steueroasen reduziert. Das klingt für mich ein wenig schmal. Insgesamt überzeugt mich das Paper nicht davon, dass Schulz der ganz große Europäer sei, als der er gern bezeichnet wird.

Der zweite Link verweist auf das Video-Interview von Richard David Precht mit Martin Schulz. Da kann man dann immerhin so etwas hören, von einem sehr ernsthaften und konzentriert sprechenden Schulz:

[…] Segnungen des Kapitalismus würde ich nun vom Grundsatz zurückweisen. Der Kapitalismus ist nicht etwas, was Segen bringt, sondern der Wildwest-Kapitalismus, den wir ja erlebt haben, der Raubtier-Kapitalismus, der ja übrigens auf die Schwellenländer keinerlei Rücksicht nimmt, führt ja eher zur Verelendung. Deshalb glaube ich schon, Europa hat profitiert, da haben Sie recht, und zwar sehr, deswegen hat es auch die Potenziale zu teilen, ohne seinen eigenen Reichtum aufgeben zu müssen. Die Kunst ist: wie halten wir unseren Standard und bringen andere auf die gleiche Ebene? Das muss das Projekt im 21. Jahrhundert sein.

Da steckt natürlich auch eine Illusion drin, diejenige, dass es bei uns — grob gesprochen — schon im Großen und Ganzen wirtschaftlich so weitergehen kann. Was ja schlicht nicht stimmt, wenn wir uns unseren endlichen Planeten und die unendliche wirtschaftliche Wachstumsgier im Konflikt damit ansehen. Aber sich vor einer Wahl hinzustellen und den Menschen zu sagen, dass es fundamentale Veränderung braucht, macht halt kein Politiker.

Einige Minuten später sagt Schulz dann:

Die Unterwerfung unter dem Primat der Durchkommerzialisierung unseres gesamten Lebens […] ist zumindest mit mir nicht machbar. Ich glaube deshalb zum Beispiel, dass wir Regeln brauchen, und diese Regel — da kommt mein Europapolitikerdasein ins Spiel — ist auf der nationalen Ebene allein nicht mehr zu erreichen; wir brauchen zum Beispiel Steuerregeln auf europäischer Ebene.

Und vor allem:

Wir sind ein superreiches Land, Europa ist ein superreicher Kontinent, aber es gibt zwei Phänomene: der Reichtum ist weder innerhalb unseres Landes noch innerhalb Europas gerecht verteilt, und er ist zwischen Europa und anderen Regionen der Welt auch nicht gerecht verteilt. Und da sind wir wieder bei dem, was wir am Anfang diskutiert haben: dieser Raubtierkapitalismus, den wir eben beschrieben haben, wo einige wenige ganz Superreiche immer reicher werden, und eine zunehmende Anzahl Menschen ärmer wird, das können wir bekämpfen, da haben wir Instrumente.

Das klingt dann schon sowohl europäisch wie sozialdemokratisch.

Insgesamt ist das ein sehenswertes Interview, weil Precht vor allem auch interessante Fragen stellt — beispielsweise zur Digitalisierung der Welt und Arbeitslosigkeit durch Automatisierung, zu Politik als Dienstleistung, zu „Erasmus für alle“, oder auch zum Staatsbürgertum oder der Ökologie im Konflikt mit einer Werbewelt, die ständig nur die Jagd nach dem persönlichen Vorteil propagiert.

Und dann gibt es noch den extrem unterhaltsamen Schulz-und-Sühne-Text beim Stern zur Kandidatur von Martin Schulz, der nicht nur den schönen Namendreiklang Schmidt – Schröder – Schulz präsentiert, sondern auch so feine Absätze wie diesen zu bieten hat:

Dieses jovial hemdsärmelige, mitunter schnoddrige, diese fast schon autosuggestive Überzeugtheit von sich selbst, gepaart mit der Bereitschaft, bei politischen Gegnern vom Kaliber eines Berlusconi den Bizeps anzuspannen- vielleicht schwingt da ja auch die leise Hoffnung mit, dass es den Erdogans und Trumps dieser Welt bald ganz ähnlich ergehen könne.

Da ist was dran, glaube ich. Den Schulz würde ich schon gern mal auf Trump loslassen.

Neue Artikelsammlung aus dem Netz: Bürgerversammlung, Utopien, Schulz, etc.

Neue Artikelsammlung aus dem Netz: Bürgerversammlung, Utopien, Schulz, etc.

Nachdem ich gestern meinen begeisterten Text zur Bürgerversammlung geschrieben hatte, gab es einige interessante Reaktionen und Anregungen. Beispielsweise wurde ich darauf hingewiesen, dass das Konzept bei der Wikipedia als Demarchie beschrieben wird. Dort findet man so interessante Sätze wie:

Der griechische Philosoph Aristoteles schrieb in seinem Werk Politica: „Ich bin beispielsweise der Meinung, dass es als demokratisch anzusehen ist, wenn die Herrschenden durch das Los bestimmt werden, während Wahlen als oligarchisch betrachtet werden müssen.“

Oder auch:

Auch der Doge von Venedig wurde nach einem Verfahren bestimmt, welches demarchische Elemente enthielt. Wurden die ersten Dogen noch von einer Volksversammlung (arrengo) gewählt, ersetzte man diese Praxis nach und nach durch eine komplizierte Mischung aus Losverfahren, Mehrheits- und Verhältniswahl. Auf diese Weise sollten Wahlfälschung, Wahlmanipulation und Korruption im Vorfeld der Wahl praktisch ausgeschlossen werden.

Ich muss wieder sagen, dass ich einigermaßen davon geplättet bin, dass genau die Probleme, die wir heute in unseren Demokratien kennen, damals nicht nur bereits bekannt waren, sondern dass es für sie auch eine Lösung gab! Und dass wir diese Lösung aus dem kollektiven Bewusstsein verloren haben. Gestern trank ich Kaffee mit einem Freund, wir sprachen auch über die Idee. Ihm stand dabei die Skepsis gegenüber einer ausgelosten (und damit unverrzerrten) Bürgerversammlung anstelle einer politischen Elite quasi ins Gesicht geschrieben. Der Gedanke, dass „echte Menschen aus dem Leben“ in einem gemeinsamen Willensbildungsprozess zu besseren Entscheidungen kommen als Berufspolitiker, erscheint uns heutzutage vielleicht verrückt. Das heißt aber nicht, dass es eine schlechte Idee ist.

Gerhart Baum lehnt die Idee in der Brand Eins eher ab, aber er ist dabei alles andere als überzeugend. Beispiel:

Ich war zur Zeit der Apartheid oft in Südafrika, um Bürgerrechtsgruppen zu unterstützen. Eine ihrer zentralen Forderungen war: One Man oder One Woman, One Vote. Diese Leute sind dafür ins Gefängnis gegangen. Das sind erkämpfte demokratische Rechte.

Das ist die klassische sogenannte „Sunk Cost Fallacy“: wenn man in eine Sache viel Mühe investiert hat, muss man weiter auf sie setzen. Ich will in keinster Weise den Kampf der Menschen für (repräsentative) Demokratie kleinreden, aber dieser Kampf für eine bestimmte Ausgestaltung der Demokratie darf keine Entschuldigung dafür sein, dass wir keine anderen Varianten in Erwägung zu ziehen, wenn wir damit dringliche Probleme lösen können.

Außerdem habe ich einen Hinweis auf den Begriff „Planungszelle“ bekommen, den ich noch nachrecherchieren muss.

Als Reaktion auf meinen Text über die ZEIT-Artikel zu Utopien kam auch einiges. Bei der Offenen Gesellschaft gibt es ein schönes Plädoyer für mehr utopisches Denken in der Politik. Und bei Nerdcore kann man eine krasse Sammlung unzähliger DLF-Podcasts zum Thema Utopien finden, und ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wie ich mich da durcharbeiten soll …

Die Rede von Martin Schulz zu seiner Kandidatur habe ich mir komplett angesehen. Meine spontane Reaktion direkt nach der Verkündung war vorsichtig optimistisch. Ich konnte zwar einerseits Nico Lummas Ärger über den Prozess, der zur Nominierung Schulz‘ geführt hat, durchaus verstehen. Andererseits hat die Sache als PR-Coup offenbar funktioniert, und Martin Schulz scheint für eine etwas andere Art Politik zu stehen als manches, was wir derzeit aus dem Willy-Brandt-Haus kennen. Außerdem ist für mich in Zeiten wie diesen ein großes wichtiges Zeichen, dass die SPD einen so beherzten Europäer wie Schulz zum Kanzlerkandidaten macht. Die Rede schließlich hat mir besser gefallen, je länger sie lief. Anfänglich war sie etwas zahm, und dann endlos langweilig mit den nicht enden wollenden Danksagungen an die derzeit regierenden SPD-Politiker in der großen Koalition und in den Ländern. Aber dann wurde sie besser. Und hat mich vor allem überzeugt an der Stelle, an der Martin Schulz darauf hingewiesen hat, dass er dank seiner Biografie glaubwürdig auch für weniger privilegierte Menschen sprechen und sie vertreten kann, und dies ernsthaft tun wird. So etwas hat lange in der SPD-Politik gefehlt. Warten wir ab, wie es weitergeht.

Das Blog Au Fil des Mots hat auf meins verlinkt, so habe ich’s kennengelernt. Die Autorin ist Deutsche, lebt in Frankreich, verheiratet mit einem Franzosen, und beginnt offenbar, sich mehr mit Politik zu befassen:

Ich bin hier in Frankreich übrigens viel politischer als ich in Deutschland je war. Es liegt viel an Monsieur, der das einfordert, gebe ich zu. Ich bin aber ganz zufrieden damit, mich nicht mehr nur als „mitlaufendes“ Lamm einer Herde zu verstehen, mit viel Gefühl und wenig Wissen.

Ich werde künftig hin und wieder einen Blick darauf werfen, weil ich wissen möchte, warum die Franzosen denken, wie sie denken. Und tun, was sie tun. Ich mag Frankreich sehr, habe mein Studium in Frankreich und meine Jahre mit den Franzosen sehr genossen. Aber intensiv über Politik geredet habe ich nicht mit ihnen — warum auch, wir waren ja alle an einer Grande Ecole de Commerce — also einer Elite-Wirtschaftshochschule. Da wurde nicht über Politik geredet … Darum kenne ich diese französische Seite nicht, und darum freue ich mich über die Entdeckung.

Dann hat mir ein Comic gefallen. Auf leicht nachvollziehbare Weise wird bei „Bright Side“ anhand zweier parallel im selben Comic erzählter Lebensgeschichten vermittelt, wie der Unterschied zwischen denen entsteht, die von Kindesbeinen an Privilegien genießen und anderen, die das nicht tun. Der Effekt ist, dass man an keinem einzigen entscheidenden Faktor festmachen kann, warum es der eine so viel besser und so viel leichter hat als die andere. Stattdessen geht es um eine große Sammlung vieler kleiner Faktoren, die am Ende zwei Menschen Welten voneinander entfernt leben lassen. Und was schließlich so aussieht, als sei der eine deutlich tüchtiger als die andere, entpuppt sich beim näheren Hinsehen als große Ungerechtigkeit. Wer dazu ein extrem lesbar geschriebenes Buch lesen möchte, dem sei „Outliers“ von Malcolm Gladwell empfohlen. Er erzählt ähnliche Geschichten wie die im Comic, aber auch ganz andere — zusammen entlarven sie den Mythos, nach dem „es jeder schaffen kann“, als Wunschdenken bzw. als Lüge. Und ich muss anerkennen, dass ich zu den Privilegierten gehöre. Mein Leben ist sehr ähnlich verlaufen wie das auf der linken Seite des Comics. Ich hoffe, dass mich das nicht zu dem arroganten Arsch am Ende der Geschichte gemacht hat …

Und was die Hyperprivilegierten so tun, damit sie es bleiben, kann man in Blätter für deutsche und internationale Politik nachlesen. Dort steht ein längerer Text über die Superreichen und ihre globale Macht — fast schon ironischer Weise ist er kurz vor der aktuellsten Oxfam-Veröffentlichung zu den Superreichen und dem Rest der Welt erschienen. Daran sieht man, dass die Zustände nur noch deutlich schlimmer wurden. Der Text basiert auf der Keynote einer Veranstaltung der Grünen vom Oktober 2016. Zentral ist vielleicht dieser Absatz:

Die gesamte politische Klasse in Europa – einschließlich jener bei den Grünen und sogar eines Teils der Linken – hat im Grunde kapituliert. Sie wissen, dass es die Konzerne, Banken und Superreichen sind, die mit ihren Investitionen über das Wohl und Wehe ihrer Staaten, Bundesländer und Kommunen entscheiden. Sie haben erfahren, dass es eben die Vermögenden und deren Sachwalter an den Schaltstellen der großen Unternehmen sind, die ganz wesentlich die öffentliche Meinung beeinflussen können. Denn sie verfügen nicht nur über die Investitionen, sie verfügen auch über die Mittel, sich dafür das richtige gesellschaftliche Klima zu schaffen.

Damit sind wir natürlich wieder bei Streeck, aber der Text selbst ist eine großartige Zusammenfassung aller Strömungen und Themen, die dafür sorgen, dass wir heute weiterhin denken, das oberste Ziel aller Politik sei es, die Wirtschaft anzukurbeln. Wenn man den Artikel liest, stellt man fest, dass diese Idee letztlich ein Märchen ist. Und anders als Streeck sagt dieser Autor, was zu tun ist:

Wenn die Verteidigung der Demokratie gelingen soll, dann müssen die vielen Organisationen und Gruppen, die dafür streiten, viel enger zusammenarbeiten als bisher, und zwar europaweit. Das Kapital, um mal diesen altmodischen Ausdruck zu gebrauchen, ist auf Europa-Ebene perfekt organisiert und verfügt über unbeschränkte Mittel. Das wird den Verteidigern der Demokratie niemals gelingen, aber dafür können sie ihre Gegner in der Öffentlichkeit, auf der Straße, im Netz und in den Medien bloßstellen – vorausgesetzt, sie ziehen an einem Strang.

Und:

Rein in die Parteien!
Und dann schließlich, jetzt kommt der schwierigste Part: Öffentlichkeit herzustellen, ist zwar zwingend notwendig, doch es ist nicht hinreichend. Am Ende muss es auch genügend Leute in Parlamenten und Regierungen geben, die die notwendigen Maßnahmen auch in die politische Arena tragen und dort durchkämpfen.

Ein großartiger Text, die Rede hätte ich gern gehört!

Wer auch gut reden kann, ist Richard David Precht. Ich habe noch nicht viel von ihm gehört, aber seinem Interview bei Jung & Naiv habe ich gern zugehört. Bin noch nicht ganz durch damit, aber das scheint jemand zu sein, der mit der nötigen intellektuellen Distanz über die Dinge nachdenkt, und seine Gedanken dann ziemlich offen ausspricht. Manchmal werden die Bretter auch etwas dünner und ich bekomme das Gefühl „jetzt redet er ein wenig daher“, aber im Großen und Ganzen ist das alles recht erhellend, scheint mir.

Schließen möchte ich nicht mit der guten Nachricht des Tages, sondern mit dem Gegenteil. Seit dem Wochenende macht mir ein Text zu schaffen, nach dem es danach aussieht, als ob Donald Trump und seine Leute grade dabei sind, die USA staatsstreichartig unter ihre komplette Kontrolle zu bringen (und dabei außerdem Milliarden für sich abzuzweigen). Weil Chefberater Bannon dabei zunehmend Macht zuwächst, wird mittlerweile der Hashtag #StopPresidentBannon zu dem Thema verwendet. Manches von dieser Sorge ist vielleicht (noch?) mit Vorsicht zu genießen … dennoch, das sieht alles nicht gut aus. Mir bleibt nur die Hoffnung auf die US-amerikanische Zivilgesellschaft, die jetzt wirklich gefragt ist. Das Land ist voll von Intellektuellen, Kreativen, Denkern, Aktivisten. Sie müssen uns jetzt zeigen, was sie zu leisten in der Lage sind.

Donald Trump und die Ehre.

Donald Trump und die Ehre.

Weiter in Graebers Buch „Debt — the First 5,000 Years“ lesend, gelange ich jetzt an die Stelle, an der er Ehre („honor“) diskutiert. Sie wird im Kapitel 7 in Zusammenhang mit der Rolle der Sklaverei besprochen, und Graeber sagt einige ebenso erstaunliche wie nachvollziehbare Dinge. Ganz im Zentrum steht die Verbindung zwischen Gewalt und Ehre:

Männer, die gewalttätig leben, ob Soldaten oder Gängster, sind fast ausnahmslos besessen von ihrer Ehre, und Angriffe auf ihre Ehre werden als die offensichtlichsten Rechtfertigungen für gewalttätige Akte betrachtet.

Und in der Tat: den Ausruf „Du hast mich in meiner Ehre verletzt!“ kann man sich wohl von den unterschiedlichsten Charaktären vorstellen — in Literatur, im Film oder in der eigenen Nachbarschaft (je nachdem, wo man wohnt) — aber immer eint sie alle, dass er nur ausgesprochen wird von Menschen, die im selben Moment dann auch zum Messer, zur Pistole, zum Schlagring greifen.

Einige Zeilen weiter beschreibt Graeber die besondere Komplexität des Ehrverlusts im Zusammenhang mit Sklaverei, es heißt dort unter anderem:

(…) Ehre ist definitionsgemäß etwas, das in den Augen anderer existiert. Und um sie zurückgewinnen zu können, muss der Sklave die Regeln und Standards derer annehmen, die ihn umgeben.

Und wieder einige Zeilen weiter heißt es:

Ehrenmänner neigen dazu, ihre totale Gelassenheit und Selbstsicherheit, die aus der Gewohnheit stammt, Befehle zu geben, mit einer notorischen Anspannung zu verbinden, einer gesteigerten Empfindlichkeit gegenüber Kränkungen und Beleidigungen, dem Gefühl, dass ein Mann (und es ist fast immer ein Mann) irgendwie herabgesetzt, gedemütigt würde, falls er erlaubte, dass eine „Ehrschuld“ unbezahlt bleibt.

Ich muss bei all dem die ganze Zeit an Donald Trump denken. Der in jeder Kritik Verletzung wittert, und sich zugleich so selbstbewusst wie der Paviankönig im Zoo aufführt. Und der, auch das ist passend, letztlich nichts anderes sehnlichst wünscht, als von den Institutionen, die er ständig schlecht macht, endlich anerkannt zu werden.

Es wirkt ein wenig, als sei der Leader einer Motorradstraßengang zum Präsidenten der USA gewählt worden.

Und so stellt sich mir die Frage: wird er ebenso leichtfertig wie andere Männer diesen Schlages mit Gewalt umgehen? Bisher hatte er keinen Schlagring, und keine abgesägte Schrotflinte. Als POTUS steht er nun plötzlich an der Spitze der gewalttätigsten Kriegs-Maschinerie, die die Welt je gesehen hat.

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Hier sind Teil 1 und Teil 2 meiner bisherigen Zusammenfassung von Graebers Buch. Das ist ein dicker Wälzer — ich werde noch einige weitere Teile schreiben müssen …

Zadie Smith mit einer Begründung dafür, warum wir heute überall unsere Meinung hören lassen müssen.

Zadie Smith mit einer Begründung dafür, warum wir heute überall unsere Meinung hören lassen müssen.

Am 10. November 2016 hat die Romanautorin Zadie Smith in Deutschland den Welt-Literaturpreis entgegen genommen. Beim New York Review of Books kann man ihre Rede zu diesem Anlass nachlesen. Sie schließt mit folgenden Worten (meine Übersetzung):

Wenn man als Romanautor eine Sache weiß, dann die, dass einzelne Bürger innerlich vielfältig sind: sie tragen in sich eine breite Spanne von Verhaltensmöglichkeiten. Sie sind wie komplexe Partituren, aus denen manche Melodien herausgekitzelt werden, während andere ignoriert oder unterdrückt werden können — in Abhängigkeit, zumindest zum Teil, davon, wer grade dirigiert. Derzeit haben diejenigen, die weltweit — und seit kurzem auch in Amerika — vor diesem menschlichen Orchester stehen, nur die ärmlichsten und banalsten Melodien im Kopf. Hier in Deutschland wird man sich an diese Kampfmusik noch erinnern; sie ist keine sehr ferne Erinnerung. Jene von uns, die sich an eine feinere Musik erinnern, müssen nun versuchen sie zu spielen, und andere ermutigen, wenn wir denn können, dabei mitzusingen.

Zunächst mal finde ich die Metapher wunderschön. Eine kurze, poetische, tiefsinnige Abhandlung über Gut und Böse im Menschen, und darüber, wie und warum es zum Vorschein kommt.

Wichtiger aber noch ist aus meiner Sicht der Aufruf, der darin steckt: wir dürfen heute nicht verstummen — wir müssen überall die bessere Musik erklingen lassen, damit um uns herum die richtigen Saiten, die richtigen Töne erklingen, und es sich weiter ausbreitet. Das klingt furchtbar künstlerisch intellektuell zerbrechlich — in einer Zeit, in der Geschrei und Gewalt den Diskurs zu überschwemmen drohen. Aber gerade deshalb ist es so wichtig, denn es beeinflusst jeden, der zwischen den Extremen wankt und schwankt, und nicht weiß, welchem Lied er folgen soll.

Wir dürfen uns nicht darauf zurückziehen, dass die bekannten Thesen zu Rechtsstaat, Demokratie und offener Gesellschaft ja nicht mehr betont zu werden brauchen, in der Annahme, man predige ja eh nur zu den schon Bekehrten. Das ist ein Irrtum — alle müssen die richtige Musik immer und immer wieder hören, sich ihrer vergewissern, und verstehen, dass sie sie weitertragen müssen. Damit das Gift zurückgedrängt werden kann.

Zusammenfassung Nr. 1: diverse Online-Quellen zum Jahresauftakt.

Zusammenfassung Nr. 1: diverse Online-Quellen zum Jahresauftakt.

Kaffee & Kapital ist zurück! Willkommen im Jahr 2017!

Ein angenehmer Nebeneffekt des öffentlichen Nachdenkens auf einem Blog ist ja, dass viele kluge Menschen darauf als Reaktion interessante Quellen teilen und Links zu Artikeln und Texten schicken. Auf diese Weise habe ich eine Menge guter Texte vorgeschlagen bekommen und natürlich auch selbst einige entdeckt, und als erstes Posting im neuen Jahr möchte ich hier eine kleine Zusammenfassung der Ergebnisse bieten.

Nach meiner Auseinandersetzung mit Streecks Buch vor Weihnachten ist die Frage, ob die aktuelle durchkapitalisierte Weltordnung so überhaupt weiter funktionieren kann, ein zentraler Teil meiner Überlegungen. Der wie immer exzellente NPR-Podcast „Planet Money“ hat als kleine Illustration dazu in Ausgabe 574 das Metier der Schuldeneintreiber in den USA beschrieben, anhand des Beispiels der Stadt Buffalo. Man kann sich so etwas in Europa kaum vorstellen, aber in den USA machen sich ehemalige Gefängnisinsassen damit selbständig, dass sie sich für billiges Geld Schuldnerlisten kaufen und dann von den darauf in allen Details aufgeführten Leuten eigenständig die Schulden eintreiben können. Mit anderen Worten: die Ärmsten der Armen werden aufeinander gehetzt (ehemalige Gefängnisinsassen auf der einen Seite und auf der anderen die Dauerschuldner, bei denen man selbst $100 nicht mehr eintreiben kann), um sich quasi nur noch miteinander zu beschäftigen. Wenn Streeck in seinem Buch davon spricht, dass es in den USA „erprobte Techniken des Managements einer abgehängten Unterschicht“ gibt, dann wird hier mit einem Mal sehr plastisch deutlich, was er damit meint.

Bei ForeignPolicy wird ebenfalls passend zu Streeck auf das Thema Globalisierung fokussiert und beschrieben, dass die aktuellen politischen Verwerfungen grade in den angelsächsischen Ländern (Trump & Brexit) ihre Ursachen in bereits seit Jahrzehnten andauernden Entwicklungen haben: anstatt nationalisische Tendenzen zu überwinden, hat die Globalisierung in vielen Ländern dazu geführt, dass genau solche Tendenzen wieder erstarken, weil sich die Menschen in von Eliten (Streeck würde sagen: vom Kapital) geprägten globalisierten Systemen überhaupt nicht mehr vertreten fühlen und deswegen den Ausweg bei rechten oder linken extremen Parteien suchen.

Im Guardian schreibt George Monbiot derweil passenderweise davon, dass die derzeit alles beherrschende Ideologie, die sich in unserer Welt ausgebreitet hat wie keine andere zuvor, von den betroffenen Bevölkerungen überhaupt nicht als solche wahrgenommen und erkannt wird: der Neoliberalismus. Während die Russen sich in der Sowjetunion darüber bestens im Klaren waren, dass sie unter einer Perversion der kommunistischen Idee zu leiden hatten, wird heutzutage und in der postindustrialisierten Welt die Ideologie, die allem zugrunde liegt, in der Bevölkerung in keinster Weise wirklich diskutiert oder in Frage gestellt. Dabei können wir laut Monbiot alle entscheidenden Krisen der vergangenen Jahre auf die Exzesse des Neoliberalismus zurückführen — jedoch wird die Ideologie selbst nicht also solche wahrgenommen, sondern eher als eine Art Naturgesetz, und in jedem Fall als „alternativlos“. Monbiot beschreibt dann knapp und gut lesbar, wie die aktuelle Denkweise zunächst an den Rändern des gesellschaftliche Diskurses stattfand und dann erst in den 70er Jahren als Alternative zur in die Kritik geratene deutlich sozialere Politik à la Keynes ins Zentrum der Aufmerksamkeit geriet und schließlich in Margeret Thatcher und Ronald Reagan unglaublich effektive Steigbügelhalter gefunden hat. Was jedoch den großen Wert dieser Ideologie beschreiben soll — die alles überragende „Freiheit“, die im Kontext des Neoliberalismus als Kernwert verkauft wird — ist letztlich immer und immer wieder die Unfreiheit derer, die weniger besitzen. Und so zeigt Monbiot die Verbindung zwischen einer versagenden neoliberalen Agenda und den Ursachen für Trump & AfD, die ironischerweise selbst weiterhin auf derselben Agenda weiterfahren, anstatt sie zu bekämpfen. Ich kann den ganzen Artikel sehr empfehlen, er ist quasi ein gut lesbare knappe Zusammenfassung zentraler Thesen auch des Buches von Streeck. Und derweil warnen Wirtschaftswissenschaftler, dass die nächste Krise schon vor der Tür steht. Und so sagt Monbiot auch selbst in einem anderen Text, dass es nun keinen Weg mehr zurück gibt — dass wir neu über unsere Welt nachdenken müssen. Ein erster Vorschlag von ihm besteht darin, wieder über Gemeinschafteigentum („commons“) nachzudenken.

Im Silicon Valley (wo man sicher nur sehr ungern von Gemeinschaftseigentum hört) wird derweil langsam aber sicher über die Abkehr von der Demokratie nachgedacht. Wer sich mit StartUps befasst, kennt das Unternehmen AndreesenHorowitz — eine der erfolgreichsten Venture-Capital-Firmen der Welt. Deren a16z Podcast hat vor einigen Wochen das Thema „politische Kampagnen“ behandelt, als es Jim Gillian, dem CEO der Firma NationBuilder, die Möglichkeit gab, öffentlich darüber nachzudenken, wie man über Online-Plattformen im Netz nicht womöglich besser als durch politische Prozesse Meinungsbildung organisieren kann. Das kommt locker, flockig, unternehmerisch daher und wirkt herrlich pragmatisch und US-amerikanisch-sonnig, aber letztlich wird beim Nachdenken darüber klar, dass hier die Westküste schon mal gedanklich probt, ob man denn nicht künftig eher abseits von Congress & Co. die US-Gesellschaft formen sollte, die man haben möchte …

Bei Podcasts bleibend hier ein dritter — nachdem ich während der Ferienpause im Print-Spiegel einen Text über die „Identitären“ in Deutschland und deren gesellschaftliche Ideen gelesen hatte, konnte ich dann auf einer langen Autofahrt unter anderem im immer wieder bemerkenswerten Reveal Podcast vom Center for Investigative Reporting noch einmal das Interview nachhören, das dort der schwarze Host des Podcasts, Al Letson, mit dem amerikanischen White Nationalist Richard Spencer geführt hat — einer Art Leitfigur der identitären Bewegung. So absurd die Positionen Spencers in einer immer stärker zusammenwachsenden, immer volleren, immer komplexeren Welt sind, so interessant ist das Gespräch, in dem beide Seiten zivilisiert und bei ruhiger Stimme geblieben sind — trotz fast unfassbarer Meinungsunterschiede. Zu diesem Thema passt auch ein kürzlich bei ZEIT Online erschienener Text über den aktuell entstehenden Kulturkampf — demzufolge keinesfalls der Kampf zwischen Islam und westlicher Welt, sondern zwischen jenen, die eine globale Weltkultur sehen und erleben wollen, und anderen, die sich abkapseln und verbarrikadieren wollen.

Und für heute abschließend noch zwei Quellen, die sich mit Problemen in der politischen Kommunikation der Trump-Gegner auseinandersetzen. In der New Republic gab es einen brennenden Text dazu, dass die Demokraten und deren Verbündete viel zu viel Zeit mit bisweilen alberner Symbolpolitik verbracht haben, anstatt sich wirklich in den echten harten Kampf zu werfen. Und im „Revisionist History“-Podcast von Star-Autor Malcolm Gladwell (der ein echt guter Podcast ist, nur leider einen komplett unpassenden Namen hat), kann man in Folge 10 (The Satire Paradox) miterleben, wie sich Gladwell schon Monate vor der Wahl ernsthaft ärgerlich darüber echauffiert, wie sehr sich Satiriker und Comedians in den USA aus mangelndem Interesse oder fehlendem Mut zu echter beißendes Kritik letztlich vor Trumps Wagen haben spannen lassen. Wer sich dafür interessiert, wie politische Satire und Comedy eigentlich funktionieren — und wie nicht! — der sollte sich diese Folge auf jeden Fall anhören.

Das war’s erstmal für heute. Ich werde sicher absehbar weitere derartige Zusammenfassungen schreiben, denn meine Lektüre kann ja nicht nur aus Büchern bestehen.