Demokratie ist keine Dienstleistung – und auch kein Kampagnen-Job!

Demokratie ist keine Dienstleistung – und auch kein Kampagnen-Job!

Falsche Vorstellungen von Politik, die viele Menschen haben, werden sich bald womöglich rächen — genau zu einer Zeit, zu der sich viele (dankenswerter Weise!) politisch engagieren wollen. Das wird zu Frustration und Ärger führen. Deswegen möchte ich das hier mal kurz diskutieren.

Vier Beispiele:

Vor einigen Wochen war ich bei einer Podiumsdiskussion der Friedrich-Ebert-Stiftung, bei der es um Bürgermitwirkung und eDemocracy ging. Bei den Publikumsfragen wollten mehrere Menschen aus dem Publikum nicht davon hören, sich in ihrem politischen Engagement mit bestehenden Institutionen oder Parteien auseinander zu setzen, denn „das geht doch alles viel zu langsam!“ Beim Get-Together hinterher habe ich mich ein Weilchen mit Christopher Lauer unterhalten, der auch auf dem Podium gesessen hatte. Er sagte etwas sehr Interessantes: das Problem an der Politik sei mittlerweile wohl auch, dass wir Deutsche gelernt hätten, in einer Dienstleistungsgesellschaft zu leben. Da erwarten wir, dass die Dinge sofort passieren — das Amazon-Paket kommt idealerweise in einer Stunde, die Banküberweisung passiert per Mausklick, das Trouble-Shooting am Rechner wird sofort erledigt. Und mit genau dieser Haltung kommen die Leute nun zur Politik und wollen das da auch.

Zweitens, beim SaveDemocracy Day in Hamburg am vergangenen Wochenende, aber auch bei vielen anderen Treffen, erlebe ich, dass ganz viele Leute grade einen eigenen politischen Verein gründen oder gar eine neue Partei, und ganz beseelt davon sind, was sie jetzt auf diesem „blanken Blatt Papier“, das da quasi vor ihnen liegt, Großartiges schaffen werden. Was sie dagegen leider nicht tun: sich bereits bestehenden Vereinen anschließen und bei denen ihre Energie und Schaffenskraft einbringen.

Drittens, im Martin-Schulz-Interview von Richard David Precht (das ich gestern hier schon verlinkt hatte), gibt es ab Minute 16:16 eine sehr interessante Passage von Precht, die schließlich zu dieser Äußerung führt:

[…] Die großen Visionen, die unseren Gesellschaften in den letzten Jahren Veränderung abgenötigt haben, waren alles technische Visionen. Und dieses technische Denken ist extrem ausgeprägt bei den allermeisten Menschen. Also diese digitale Kodierung in „Like“ und „Dislike“. Und das spiegelt sich darin wieder, dass Menschen von der Politik erwarten, dass die Politik Probleme löst. Zum Beispiel das Problem, dass Google keine Steuern zahlt. Das finde ich eine erschreckende Verengung von Politik. Wenn man fragt: welches Problem hat Konrad Adenauer in den 50er Jahren gelöst? Oder: welches Problem wurde gelöst durch die Ostpolitik von Willy Brandt? Dann würden wir sagen: das ist keine zutreffende Beschreibung. […] Heute sieht es aber so aus, dass die Leute erwarten, dass die Politik Probleme löst. Das Flüchtlingsproblem lösen. Das Terrorproblem lösen. Tatsächlich haben wir es aber mit Prozessen zu tun, die gar keine Probleme sind. Ein Problem — das griechische Wort ‚problema‘ — ist etwas, das zur Lösung vorgelegt wird. Ein mathematisches Problem verschwindet, wenn ich die Aufgabe richtig berechnet habe. Und so erwarten die Leute: Politik ist Problemlöser. So reden Politiker auch. Es ist überall von Problemen die Rede. Aber Politik ist doch kein Problemlöser. Bei Politik geht es doch darum, gesellschaftliche Prozesse langfristig zu gestalten.

Viertens, bei vielen Veranstaltungen und Terminen, wo Leute zusammenkommen, die politisch etwas bewegen wollen, treffe ich überraschend viele Kommunikations- und Werbeleute. (Das mag an meiner Vergangenheit liegen.) Was viele dieser Leute eint, ist, dass sie sehr oft überraschend wenig Interesse an grundsätzlichen politischen Diskussionen haben. Bei einem Abend habe ich eine Art Zwei-Gruppen-Bildung erlebt — die einen wollten „schnell was Kampagnenartiges, irgendwie gegen die AfD, nicht so viel reden, lieber jetzt mal was machen.“ Die anderen — und dazu gehörte ich — wollten darüber reden, wo die wirklichen Probleme liegen, um zu verstehen, was eigentlich passieren muss, damit sich unsere Gesellschaften wieder in die richtige Richtung bewegen. Wir wurden dann von der „Kampagnengruppe“ sogar ein wenig herablassend als der „Debattierclub“ bezeichnet.

Dazu würde ich jetzt gerne mal vier Dinge festhalten:

Politik ist Streit und kostet Kraft.
Bei der politischen Arbeit geht es letztlich um nichts anderes als darum, mit anderen darüber zu streiten, wie wir in unserer Gesellschaft zusammen leben wollen. Wer also Mühe, Auseinandersetzung mit Andersdenkenden und vor allem: reden scheut, der hat grundsätzlich nicht begriffen, wie Politik funktioniert. Und genau deshalb ist auch die Weigerung, in bestehenden Institutionen etwas bewegen zu wollen, nichts anderes als Weigerung vor politischer Arbeit. Anders gesagt: wer nicht die Geduld, die Ausdauer, die Leidenschaft hat, in einem Verein, einer Ortsgruppe, bei einer Gewerkschaft, wo auch immer, den Kampf mit den Ewiggestrigen dort aufzunehmen und diese Gruppe nach den eigenen Vorstellungen umzuformen, wie soll so jemand überzeugende Politik für eine größere Gruppe von Menschen oder gar das ganze Land machen? Stattdessen die Gemütlichkeit von selbst ausgewählten Gleichgesinnten zu bevorzugen, ist vielleicht nachvollziehbar, aber letztlich oft nicht hilfreich. Das Gegenbeispiel der Kammerrebellen aus Hamburg ist deswegen auch so großartig. Die haben sich eine bestehende Institution vorgenommen, dort wieder die Demokratie gefeiert, und können sie jetzt nach ihren Vorstellungen umbauen. Aber deswegen sollte auch klar sein, dass man Politik nicht mit der Projekt-Manager-Mütze auf dem Kopf und dem Agile Projekt-Management-Tool unter dem Arm machen kann. Denn das sind Job-Beschreibungen und Instrumente aus Unternehmen, also: extrem hierarchischen Strukturen. Firmen mögen sich heute noch so funky und modern geben — am Ende hat jedes Unternehmen Herrscher und Untergebene. Politik dagegen ist Streit unter Gleichen. Per Definition. Und der ist mühsam.

AfD, Front National, etc. sind Symptome, nicht Probleme.
Man kann derartige Parteien und politische Strömungen, die Momentum haben und in der Gesellschaft wahrgenommen werden, nicht allein durch Kommunikation bekämpfen. Das führt zu nichts und ist vergeudete Mühe. Eine ganze Reihe linksliberaler Initiativen gründet sich derzeit auf dem Gedanken, dass man die Menschen ja nur daran erinnern müsse, wie gut es uns doch in unserem Land geht, und dass sie die Demokratie nur (wieder) wertschätzen und achten und sich an das schöne WM-Jahr 2006 erinnern müssen. Das ist ein Irrtum. Wir haben tiefliegende Probleme in unseren Gesellschaften und auf dieser Welt. Diese tiefliegenden Probleme sorgen dafür, dass Menschen verunsichert sind, Angst haben, sich Sorgen machen. Das nutzen die Rechten schamlos aus. Aber damit sind nicht die Rechten das Problem — sie bieten nur verlogene Scheinlösungen, die am Schluss alles noch schlimmer machen werden. Was es braucht, ist Interesse an den Fundamenten, auf denen unsere aktuelle politische Landschaft steht — und nicht das Bekämpfen der Fähnchen, die manche ganz oben auf’s Gebäude stellen.

Nur gemeinsam sind wir stark.
Gründer zu sein, ist toll. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man begeistert ist, eine neue Sache komplett nach eigenen Vorstellungen entwickeln zu können. Unternehmertum ist eine großartige und wichtige Sache. Bei politischer Arbeit dagegen ist der Start von null weniger nützlich. Denn es gibt einen massiven Unterschied zwischen Unternehmertum und politischer Arbeit. Ein Unternehmen ist, siehe oben, eine komplett hierarchische Angelegenheit — anders ausgedrückt: eine Diktatur. Und zwar ohne Abstriche. Das sagen heute nicht mehr allzuviele Unternehmer gern, und es wird von „flachen Hierarchien“ und „total kollaborativer Arbeitsatmosphäre“ geschwafelt, aber in Wahrheit haben die Eigentümer das Sagen, der Rest nicht. Wenn man einen Betriebsrat hat, ändert sich daran etwas, aber welche jungen Unternehmen haben heute noch Betriebsräte? Das bedeutet, dass diejenige, die sich als Unternehmerin betätigt, halt immer nur genau das tut, was sie für richtig hält. Punkt. Politische Arbeit in einer Demokratie wie unserer ist dagegen von Anfang an und immer auf Kompromisse angewiesen. Sie erfordert, dass man sich immer und immer wieder mit anderen zusammenrauft, die einfach nicht so wollen wie man selbst. Dem zu entfliehen und „ein eigenes Ding“ zu machen, weil es einfacher scheint, ist vielfach nur eine Scheinlösung. Man verzettelt sich in vielen kleinen Strukturen, anstatt mit anderen die eine große zu schaffen, mit der man dann wirklich an einem großen Rad drehen kann. Wenn wir uns nicht in großen Strukturen zusammen tun, werden wir viel zu viel Energie vergeuden, weil wir schlicht alle zu klein bleiben und nicht das politische Geschäft miteinander lernen.

Anders gefragt: über was reden wir bei den Rechten? Über Pegida und AfD, oder über 278 Vereine und Gruppierungen, die alle irgendwie ganz innovativ was gegen Flüchtlinge tun wollen? (Zugegeben: Pegida und AfD sind Neugründungen. Aber das liegt halt daran, dass die bisherigen tief rechten Vereine gesellschaftlich nicht akzeptiert waren. Das ist auf der gesunden Seite des politischen Spektrums anders.)

Ideen für eine neue Welt
Das Problem, das wir heute haben, ist, dass die Unmöglichkeit die Seiten gewechselt hat. Noch vor wenigen Jahren wurde jemand, der mit utopischen Ideen kam, als unrealistisch ausgelacht. Heute merken wir alle langsam aber sicher, dass stattdessen das Festhalten an einer visionslosen Realpolitik mittlerweile als unrealistisch ausgelacht werden sollte. So zu tun, als kämen wir bei den Herausforderungen der heutigen Zeit mit einem geringfügig modifizierten „Irgendwie-Weiter-So“ voran, ist ebenso unrealistisch-weltfremd wie vor fünfzehn Jahren die Forderung nach einer autofreien Stadt oder nach einer Bürgerversammlung gewesen wäre. Das, was wir jetzt brauchen, sind keine Kampagnen und keine vierhunderttausend neue Vereine — was wir brauchen, sind neue große Ideen. Und unendlich viele Gespräche, zwischen allen Menschen in diesem Land — damit wir weiter zusammen bleiben und nicht auseinander driften. Wir müssen Ideen dafür entwickeln, wie wir den wildgewordenen Hyper-Kapitalismus, die Armut und die Hoffnungslosigkeit in der Welt, die Intoleranz und den Wahnsinn religiöser Fundamentalisten, sowie die Zerstörung unserer Umwelt und dieses Planeten bekämpfen. Aber das gelingt nicht damit, gegen etwas zu sein, bzw. jetzt mal akute Problemlösungen bei der Politik einzufordern. Es geht nur mit dem gemeinsamen Kampf für etwas. Für etwas Neues. Das wir erfinden, diskutieren und worüber wir streiten müssen.

Und je mehr wir sind, die das gemeinsam tun, desto besser.

3. Save Democracy Day in Hamburg.

3. Save Democracy Day in Hamburg.

Vergangenen Samstag musste ich kurz nach 5 aus dem Bett, um es bis 9:30h ins Hamburger Betahaus zu schaffen. Dort fand die dritte Runde des Hackdays der Initiative Save Democracy statt, und ich wollte dabei sein. Hat alles sehr pünktlich geklappt, in einer Nebenstraße gab es dankenswerter Weise sogar eine Strom-Ladesäule zum Tanken meines Autos. Hier meine Zusammenfassung des Tages.

Eröffnungsplenum
Rund 150 Leute waren zur Veranstaltung ins Betahaus gekommen. Der Tag begann damit, dass wir alle herdenartig von Moderator Moritz durch den Raum getrieben wurden, um uns anhand verschiedener Konstellationen („die Teilnehmer, die schon mehrfach dabei waren, bitte in diese Ecke“, „die Teilnehmer, die coden können, bitte in jene Ecke“) irgendwie gruppendynamisch besser „kennenzulernen“. Nett gemeint, aber irgendwie nicht wirklich hilfreich. Direkt danach kam die Themenfindung — wer eine Session anbieten wollte, schrieb sie auf einen Zettel und erklärte sie mit wenigen Worten im Forum. Dann wurde sie an den Wand-Zeitplan geheftet, auf diese Weise entstand der Session-Plan, an dem man sich dann für die eigene Teilnahme orientieren konnte. Also alles sehr Barcamp-artig.

DEMO
Meine erste Session betraf das Projekt Demo. Die Initiatorin Mareike hatte mich nach meinem Session-Vorschlag direkt gefragt, ob ich bei ihnen mitmachen kann, weil sie fand, dass mein Thema („Wie man mit wildfremden Menschen auf der Straße ins politische Gespräch kommt, selbst wenn sie in einer anderen Welt leben als man selbst“) zu ihrer Arbeit auch gut passen könnte. Sie erklärte in der Gruppe auf Nachfragen kurz nochmal, warum und wie Demo eigentlich entstanden ist und teilte uns dann in Unter-Arbeitsgruppen auf, die verschiedene Themen beackern sollten. In meiner ging es darum, lokale Aktionen für Hamburg zu planen. Die Idee, die dort entstand, drehte sich dann um LehrerInnen und um ein Projekt, das Schüler mehr für die Demokratie begeistern soll.

Meine eigene Session
In Zusammenarbeit mit Judith Döker habe ich in den vergangenen Wochen an einer Idee gearbeitet, die spontan beim Versuch entstand, in einem uns fremden Stadtteil von Berlin mit uns völlig fremden Menschen auf der Straße politische Gespräche zu beginnen. Ich habe den Gesprächsansatz (den wir dafür aus dem Stehgreif entwickelt hatten und der sehr gut funktioniert hat) in der Session vorgestellt, danach haben wir Vor- und Nachteile und Weiterentwicklungsmöglichkeiten diskutiert. Das Gespräch mit ca. 10 Interessierten war sehr hilfreich, sehr anregend, und hat einige neue Ideen erzeugt, die uns auf jeden Fall weiter bringen. (Die Details des Ansatzes schildere ich hier jetzt noch nicht, weil wir eine entsprechende Veröffentlichung dazu ohnehin aktuell noch vorbereiten.) Besonders gut gefiel mir auch, dass eine Gruppe von Leuten direkt dazu ihre Emailadressen ausgetauscht hat, um den Ansatz auch in Hamburg zu testen.

Session zu SaveDemocracy
Nach dem Mittagessen habe ich an einer sehr kleinen Runde mitgewirkt, die besprach, wie das Projekt „SaveDemocracy“ über diese Camps hinaus verstetigt und noch nützlicher für die demokratische Arbeit gemacht werden kann. Das war sehr interessant, unter anderem auch, weil ich auf diesem Weg bspw. erfahren habe, dass Schmalbart schon längst nicht mehr (allein) eine „Antwort“ auf Breitbart ist, sondern inzwischen eher zu einem Dach für eine demokratische Bewegung bzw. ein Netzwerk geworden ist. (Was der Name nun wahrlich nicht vermittelt.)

17-02-19_kammerrebellen
Session der Initiative „Die Kammer sind Wir“

Kammerrebellen: „Die Kammer sind Wir“
Das war eine wirklich interessante Session, in der einer der sogenannten Hamburger Kammerrebellen, Detlev Siebold, den Prozess und die Erfolgsfaktoren dafür geschildert hat, wie die Gruppe die verschnarchte Hamburger Handelskammer gekapert hat, um sie wieder demokratischer und schlanker zu machen. Noch ganz beseelt von dem grade errungenen Wahlerfolg beschrieb Detlev mit viel Begeisterung, was es für den Erfolg gebraucht hat. Für alle im Raum war das Projekt auf jeden Fall eine Ermutigung dazu, sich ruhig Institutionen vorzunehmen, die unveränderbar und verkrustet erscheinen, um sie zu erobern und zu modernisieren — und auf diese Weise echten demokratischen Prozessen wieder Aufwind zu geben, und neue Lust auf Partizipation zu machen. In Bezug auf manche Parteien wäre sowas ja vielleicht auch keine schlechte Idee …

DemokratieHelden
Nach dem Abschlussplenum (welches mich ein wenig enttäuscht hat, weil von den Leuten, die am Morgen zum Auftakt da waren, vielleicht noch ein Viertel übrig war) hatte ich noch die Gelegenheit, mit Melanie Stein von DemokratieHelden zu sprechen. Auch dieses Projekt nimmt sich vor, politische Gespräche zwischen Menschen anzuregen, die sonst nur schwer miteinander ins Gespräch kommen. Sie video-interviewt dafür unter anderem Menschen, die sich für die Demokratie einsetzen und mehr Dialog in der Gesellschaft anregen wollen. Ich habe mich sehr gefreut, dass sie mich ebenfalls interviewen wollte — auch wenn ich ja eigentlich noch gar nicht so viel zu sagen habe.

Neben diesen Sessions habe ich eine Menge Gespräche geführt, außerdem gab es eine Reihe Sessions, die ich ebenfalls gern miterlebt hätte, was aber wegen Terminkonflikten leider nicht ging. Zwei Leute von bewegung.jetzt waren beispielsweise da (mit denen ich gern weiter über meine Zweifel zu ihrem Projekt gesprochen hätte), es gab Sessions vom CCC zur Sicherheit der eigenen digitalen Tools — insbesondere dann, wenn man sich tiefer in kontroverse politische Gewässer begibt und damit Hackern aussetzt, oder auch Sessions mit Christoph Giesa, der ein Buch zur neuen Rechten in Deutschland geschrieben hat.

Fazit
Wenn man eines oder mehrere der drei folgenden Resultate sucht, ist man auf so einem Camp bestens aufgehoben: (1) Input zu einem bereits bestehenden eigenen politischen Projekt. Die vielen kompetenten und klugen Köpfe, die bei so einer Veranstaltung zusammenkommen, können zu jeder Idee weitere nützliche Gedanken beisteuern — das funktioniert gut. (2) Inspiration für die eigene Arbeit. Wer sich orientieren will, Ideen sucht, wissen will, was andere machen, findet hier eine Menge Inspiration. (3) Menschen, die einen weiterbringen oder inspirieren können. Das ergibt sich ja schon aus den beiden vorherigen Punkten — hier kommen viele Leute zusammen, die kennenzulernen schlicht Spaß macht.

Und wieder dankeschön!

Und wieder dankeschön!

Meine (natürlich etwas verknappten) Überlegungen zum Papier-Journalismus fanden erstaunlich große Beachtung — mit der Folge, dass der Text zum bislang meistgelesenen hier auf dem Blog wurde. Mein Dank für Verlinkungen gehen an das BildBlog, die Leipziger Internetzeitung und die Buddenbohms — sowie diverse Menschen auf Twitter und Facebook, die den Text dann auch auf Rivva gehievt haben.

Ich freue mich immer sehr über solche Unterstützung — herzlichen Dank!

„Es ist an der Zeit, die Demokratie mit utopischen Ideen aufzufrischen.“

„Es ist an der Zeit, die Demokratie mit utopischen Ideen aufzufrischen.“

DIE ZEIT vom 15.12.16 hatte das Titelthema „Utopien“ und fragte auf dem Deckblatt: „Wer sind die Idealisten, die heute noch alles ändern wollen?“ Weil das genau zu meinem Projekt hier passt, lag die Ausgabe die ganze Zeit auf meinem Schreibtisch — heute habe ich sie endlich gelesen.

Zum einen habe ich erfahren, um was es im Urwerk zu Utopien ging, der Schrift „Utopia“ von vor 500 Jahren. Das Werk war entstanden als Reaktion auf außerordentlich brutale Verhältnisse im England der damaligen Zeit, als Schafswolle zum Exportschlager wurde und Investoren sich plötzlich über die Landwirtschaft hergemacht und die armen Bauern, die dort bislang Gemüse anbauten, vertrieben haben. Während die Bauern in die Städte wanderten und dort ein erbärmliches kurzes Leben führten, konnten sich die Reichen nicht nur ein Leben in Saus und Braus leisten, sondern zudem auch noch die Gesetze nach ihren Vorstellungen beeinflussen:

Die Besitzenden stecken mit den Mächtigen unter einer Decke, und während die einen „an Hunger sterben“, leglisiert der Gesetzgeber „die ruchlose Habgier weniger Menschen“.

Kommt einem in mancherlei Hinsicht eigentlich ganz bekannt vor …

Die fiktive Insel „Utopia“, die der Autor des Werkes darauf beschreibt, ist ein kommunistisches Musterland. Es herrschen radikale Gleichheit, demokratische Prinzipien, lebenslanges Wohnrecht, Einheitskleidung, großartige medizinische Versorgung und Arbeitszwang (niemand soll auf Kosten der anderen leben), davon aber nur drei Stunden am Morgen und drei am Nachmittag, um die menschliche Natur zu berücksichtigen. (Kurioserweise können allerdings Nachbarstaaten militärisch unterjocht werden, wenn sie denn ihre Äcker nicht bestellen und „wüst und unfruchtbar“ liegen lassen.) Das Problem bei all diesem — es wirkt alles erstaunlich seelenlos:

Das Paradies ist auf schwer erträgliche Weise vollkommen, und selbst große Feste haben etwas organisiert Freudloses.

Und so ist die Geschichte keine Anleitung für eine bessere Welt, sondern eine Abhandlung darüber, dass man sich sehr genau überlegen muss, welche bessere Welt man sich wünscht. Vor allem aber malt sich die Geschichte eine Welt aus, in der Habgier und Großmannssucht — die zentralen Treiber kaptalistischen Exzesses — nicht mehr existieren. Laut ZEIT habe der Autor Thomas Morus damit sowohl eine Absage an die alte Feudalherrschaft geschrieben, als auch an die damals heraufziehende kapitalistische Gesellschaft. Nach Morus müsse eine Gesellschaft nach moralischen Richtlinien funktionieren, und nicht aufgrund von Macht, Markt und Eigentum. Dass Morus nicht einfach die utopischen Rezepte als die einzig richtigen anpreist, sondern an den Verhältnissen auf Utopia durchaus Zweifel und versteckte Kritik übt, fordert dann die Phantasie der Leser heraus.

Der zweite Text zum Thema Utopien grast eine Reihe von Menschen und ihre Projekte und Gedanken ab, die an verschiedenen Orten Europas heute mit Ideen für eine bessere Zukunft ringen. Die 22-jährige Politikstudentin Laura Meschede aus München wünscht sich das Ende der Ausbeutung und eine Gesellschaft, in der neue Produkte kollektiv mittels Crowd-Voting im Netz zur Produktion freigegeben und direkt auch bestellt werden. Der Theatermacher Falk Richter fordert Liquid Citizenship, „eine postnationale flexible Form der Existenz von Europäern“. Elsa Terenzani aus Frankreich arbeitet in einem Kollektiv in Griechenland namens Khora, einer ehemaligen Druckerei mit acht Stockwerken, in der eine Schule entstehen soll, eine Kantine, eine Frauenetage, ein Theater, außerdem ein Zuhause für Flüchtlinge — und damit ein Entwurf für künftiges Zusammenleben, das direkt umgesetzt wird, anstatt über Theorien zu diskutieren. Der Sozialpsychologe Harald Welzer beklagt „Utopieverlust“ und schlägt drei Reformen für eine bessere Welt vor: eine Gemeinwohlökonomie, in der Unternehmen nicht nur Profite, sondern auch Beitrag zum Gemeinwohl nachweisen müssen; Umweltkosten, die auf die Preise niedergeschlagen werden; und ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Und dann diskutiert der Text, warum Utopien „immer ökonomisch“ seien:

Es sagt viel über die Welt von heute aus, wenn Ideen eines besseren Lebens im Kern stets ökonomische sind. Über eine Welt, in der trotz Fülle immer noch Not existiert. Und in der Arbeit überwiegend Zwang bedeutet.

Dass es ein wenig „unoriginell“ sei, wenn man heute noch immer Utopien fordere, die vor allem wirtschaftliche Themen beackerten (wie schon Morus in seiner allerersten Utopie!), lässt der französische Philosoph Pierre Zaoui, der dazu im Text zu Wort kommt, nicht gelten:

Es gibt zurzeit keine originellen Utopien, weil die Hoffnungen die gleichen geblieben sind. Die Wünsche, die Sehnsüchte. Wenn Sie so wollen: die Missstände.“

Und so entsteht im letzten Absatz des Textes eine Art Plädoyer für mehr Utopien in unserer heutigen Zeit. Früher hätten die Utopien bei den Sozialdemokraten und bei den Grünen ihr Zuhause gehabt, das sei dort aber verloren gegangen. (Schöner Bezug damit auch zur Frage, ob es also doch neue politische Parteien braucht?) Und so müsse die Rolle des Weltverbesserers neu besetzt werden.

Und dabei sei entscheidend, dass man nicht allein versucht, die Demokratie oder die Umwelt zu retten. Das, was wir bisher haben, habe doch in die Katastrophe hinein geführt. Nun müsse man bereit sein, das Bestehende selbst zu kritisieren. Mit anderen Worten: sich gegen rechte Strömungen zu wehren und darauf zu verweisen, dass unsere Demokratie eine feine Sache sei, reicht nicht. Wir müssen anerkennen, dass wir uns bewegen werden müssen — in welcher Weise auch immer. Und so heißt es am Schluss des Textes:

Es ist an der Zeit, die Demokratie mit utopischen Ideen aufzufrischen.

Klingt toll. Ich bin dabei!

Zadie Smith mit einer Begründung dafür, warum wir heute überall unsere Meinung hören lassen müssen.

Zadie Smith mit einer Begründung dafür, warum wir heute überall unsere Meinung hören lassen müssen.

Am 10. November 2016 hat die Romanautorin Zadie Smith in Deutschland den Welt-Literaturpreis entgegen genommen. Beim New York Review of Books kann man ihre Rede zu diesem Anlass nachlesen. Sie schließt mit folgenden Worten (meine Übersetzung):

Wenn man als Romanautor eine Sache weiß, dann die, dass einzelne Bürger innerlich vielfältig sind: sie tragen in sich eine breite Spanne von Verhaltensmöglichkeiten. Sie sind wie komplexe Partituren, aus denen manche Melodien herausgekitzelt werden, während andere ignoriert oder unterdrückt werden können — in Abhängigkeit, zumindest zum Teil, davon, wer grade dirigiert. Derzeit haben diejenigen, die weltweit — und seit kurzem auch in Amerika — vor diesem menschlichen Orchester stehen, nur die ärmlichsten und banalsten Melodien im Kopf. Hier in Deutschland wird man sich an diese Kampfmusik noch erinnern; sie ist keine sehr ferne Erinnerung. Jene von uns, die sich an eine feinere Musik erinnern, müssen nun versuchen sie zu spielen, und andere ermutigen, wenn wir denn können, dabei mitzusingen.

Zunächst mal finde ich die Metapher wunderschön. Eine kurze, poetische, tiefsinnige Abhandlung über Gut und Böse im Menschen, und darüber, wie und warum es zum Vorschein kommt.

Wichtiger aber noch ist aus meiner Sicht der Aufruf, der darin steckt: wir dürfen heute nicht verstummen — wir müssen überall die bessere Musik erklingen lassen, damit um uns herum die richtigen Saiten, die richtigen Töne erklingen, und es sich weiter ausbreitet. Das klingt furchtbar künstlerisch intellektuell zerbrechlich — in einer Zeit, in der Geschrei und Gewalt den Diskurs zu überschwemmen drohen. Aber gerade deshalb ist es so wichtig, denn es beeinflusst jeden, der zwischen den Extremen wankt und schwankt, und nicht weiß, welchem Lied er folgen soll.

Wir dürfen uns nicht darauf zurückziehen, dass die bekannten Thesen zu Rechtsstaat, Demokratie und offener Gesellschaft ja nicht mehr betont zu werden brauchen, in der Annahme, man predige ja eh nur zu den schon Bekehrten. Das ist ein Irrtum — alle müssen die richtige Musik immer und immer wieder hören, sich ihrer vergewissern, und verstehen, dass sie sie weitertragen müssen. Damit das Gift zurückgedrängt werden kann.

Zusammenfassung Nr. 1: diverse Online-Quellen zum Jahresauftakt.

Zusammenfassung Nr. 1: diverse Online-Quellen zum Jahresauftakt.

Kaffee & Kapital ist zurück! Willkommen im Jahr 2017!

Ein angenehmer Nebeneffekt des öffentlichen Nachdenkens auf einem Blog ist ja, dass viele kluge Menschen darauf als Reaktion interessante Quellen teilen und Links zu Artikeln und Texten schicken. Auf diese Weise habe ich eine Menge guter Texte vorgeschlagen bekommen und natürlich auch selbst einige entdeckt, und als erstes Posting im neuen Jahr möchte ich hier eine kleine Zusammenfassung der Ergebnisse bieten.

Nach meiner Auseinandersetzung mit Streecks Buch vor Weihnachten ist die Frage, ob die aktuelle durchkapitalisierte Weltordnung so überhaupt weiter funktionieren kann, ein zentraler Teil meiner Überlegungen. Der wie immer exzellente NPR-Podcast „Planet Money“ hat als kleine Illustration dazu in Ausgabe 574 das Metier der Schuldeneintreiber in den USA beschrieben, anhand des Beispiels der Stadt Buffalo. Man kann sich so etwas in Europa kaum vorstellen, aber in den USA machen sich ehemalige Gefängnisinsassen damit selbständig, dass sie sich für billiges Geld Schuldnerlisten kaufen und dann von den darauf in allen Details aufgeführten Leuten eigenständig die Schulden eintreiben können. Mit anderen Worten: die Ärmsten der Armen werden aufeinander gehetzt (ehemalige Gefängnisinsassen auf der einen Seite und auf der anderen die Dauerschuldner, bei denen man selbst $100 nicht mehr eintreiben kann), um sich quasi nur noch miteinander zu beschäftigen. Wenn Streeck in seinem Buch davon spricht, dass es in den USA „erprobte Techniken des Managements einer abgehängten Unterschicht“ gibt, dann wird hier mit einem Mal sehr plastisch deutlich, was er damit meint.

Bei ForeignPolicy wird ebenfalls passend zu Streeck auf das Thema Globalisierung fokussiert und beschrieben, dass die aktuellen politischen Verwerfungen grade in den angelsächsischen Ländern (Trump & Brexit) ihre Ursachen in bereits seit Jahrzehnten andauernden Entwicklungen haben: anstatt nationalisische Tendenzen zu überwinden, hat die Globalisierung in vielen Ländern dazu geführt, dass genau solche Tendenzen wieder erstarken, weil sich die Menschen in von Eliten (Streeck würde sagen: vom Kapital) geprägten globalisierten Systemen überhaupt nicht mehr vertreten fühlen und deswegen den Ausweg bei rechten oder linken extremen Parteien suchen.

Im Guardian schreibt George Monbiot derweil passenderweise davon, dass die derzeit alles beherrschende Ideologie, die sich in unserer Welt ausgebreitet hat wie keine andere zuvor, von den betroffenen Bevölkerungen überhaupt nicht als solche wahrgenommen und erkannt wird: der Neoliberalismus. Während die Russen sich in der Sowjetunion darüber bestens im Klaren waren, dass sie unter einer Perversion der kommunistischen Idee zu leiden hatten, wird heutzutage und in der postindustrialisierten Welt die Ideologie, die allem zugrunde liegt, in der Bevölkerung in keinster Weise wirklich diskutiert oder in Frage gestellt. Dabei können wir laut Monbiot alle entscheidenden Krisen der vergangenen Jahre auf die Exzesse des Neoliberalismus zurückführen — jedoch wird die Ideologie selbst nicht also solche wahrgenommen, sondern eher als eine Art Naturgesetz, und in jedem Fall als „alternativlos“. Monbiot beschreibt dann knapp und gut lesbar, wie die aktuelle Denkweise zunächst an den Rändern des gesellschaftliche Diskurses stattfand und dann erst in den 70er Jahren als Alternative zur in die Kritik geratene deutlich sozialere Politik à la Keynes ins Zentrum der Aufmerksamkeit geriet und schließlich in Margeret Thatcher und Ronald Reagan unglaublich effektive Steigbügelhalter gefunden hat. Was jedoch den großen Wert dieser Ideologie beschreiben soll — die alles überragende „Freiheit“, die im Kontext des Neoliberalismus als Kernwert verkauft wird — ist letztlich immer und immer wieder die Unfreiheit derer, die weniger besitzen. Und so zeigt Monbiot die Verbindung zwischen einer versagenden neoliberalen Agenda und den Ursachen für Trump & AfD, die ironischerweise selbst weiterhin auf derselben Agenda weiterfahren, anstatt sie zu bekämpfen. Ich kann den ganzen Artikel sehr empfehlen, er ist quasi ein gut lesbare knappe Zusammenfassung zentraler Thesen auch des Buches von Streeck. Und derweil warnen Wirtschaftswissenschaftler, dass die nächste Krise schon vor der Tür steht. Und so sagt Monbiot auch selbst in einem anderen Text, dass es nun keinen Weg mehr zurück gibt — dass wir neu über unsere Welt nachdenken müssen. Ein erster Vorschlag von ihm besteht darin, wieder über Gemeinschafteigentum („commons“) nachzudenken.

Im Silicon Valley (wo man sicher nur sehr ungern von Gemeinschaftseigentum hört) wird derweil langsam aber sicher über die Abkehr von der Demokratie nachgedacht. Wer sich mit StartUps befasst, kennt das Unternehmen AndreesenHorowitz — eine der erfolgreichsten Venture-Capital-Firmen der Welt. Deren a16z Podcast hat vor einigen Wochen das Thema „politische Kampagnen“ behandelt, als es Jim Gillian, dem CEO der Firma NationBuilder, die Möglichkeit gab, öffentlich darüber nachzudenken, wie man über Online-Plattformen im Netz nicht womöglich besser als durch politische Prozesse Meinungsbildung organisieren kann. Das kommt locker, flockig, unternehmerisch daher und wirkt herrlich pragmatisch und US-amerikanisch-sonnig, aber letztlich wird beim Nachdenken darüber klar, dass hier die Westküste schon mal gedanklich probt, ob man denn nicht künftig eher abseits von Congress & Co. die US-Gesellschaft formen sollte, die man haben möchte …

Bei Podcasts bleibend hier ein dritter — nachdem ich während der Ferienpause im Print-Spiegel einen Text über die „Identitären“ in Deutschland und deren gesellschaftliche Ideen gelesen hatte, konnte ich dann auf einer langen Autofahrt unter anderem im immer wieder bemerkenswerten Reveal Podcast vom Center for Investigative Reporting noch einmal das Interview nachhören, das dort der schwarze Host des Podcasts, Al Letson, mit dem amerikanischen White Nationalist Richard Spencer geführt hat — einer Art Leitfigur der identitären Bewegung. So absurd die Positionen Spencers in einer immer stärker zusammenwachsenden, immer volleren, immer komplexeren Welt sind, so interessant ist das Gespräch, in dem beide Seiten zivilisiert und bei ruhiger Stimme geblieben sind — trotz fast unfassbarer Meinungsunterschiede. Zu diesem Thema passt auch ein kürzlich bei ZEIT Online erschienener Text über den aktuell entstehenden Kulturkampf — demzufolge keinesfalls der Kampf zwischen Islam und westlicher Welt, sondern zwischen jenen, die eine globale Weltkultur sehen und erleben wollen, und anderen, die sich abkapseln und verbarrikadieren wollen.

Und für heute abschließend noch zwei Quellen, die sich mit Problemen in der politischen Kommunikation der Trump-Gegner auseinandersetzen. In der New Republic gab es einen brennenden Text dazu, dass die Demokraten und deren Verbündete viel zu viel Zeit mit bisweilen alberner Symbolpolitik verbracht haben, anstatt sich wirklich in den echten harten Kampf zu werfen. Und im „Revisionist History“-Podcast von Star-Autor Malcolm Gladwell (der ein echt guter Podcast ist, nur leider einen komplett unpassenden Namen hat), kann man in Folge 10 (The Satire Paradox) miterleben, wie sich Gladwell schon Monate vor der Wahl ernsthaft ärgerlich darüber echauffiert, wie sehr sich Satiriker und Comedians in den USA aus mangelndem Interesse oder fehlendem Mut zu echter beißendes Kritik letztlich vor Trumps Wagen haben spannen lassen. Wer sich dafür interessiert, wie politische Satire und Comedy eigentlich funktionieren — und wie nicht! — der sollte sich diese Folge auf jeden Fall anhören.

Das war’s erstmal für heute. Ich werde sicher absehbar weitere derartige Zusammenfassungen schreiben, denn meine Lektüre kann ja nicht nur aus Büchern bestehen.