Kleines Gedankenexperiment zum „Thema Flüchtlinge“.

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Stell‘ Dir vor, Du seist ein Mensch, dem grade in Bangladesch das Haus auf einer durch den Klimawandel verursachten Flutwelle davon geschwommen ist. Du kommst kurzzeitig bei Verwandten unter, die aber leider auch keinen Platz haben — da leben nämlich schon 17 unter einem Dach. Aber dort hängt eine Weltkarte an der Wand, und Du schaust ganz nachdenklich auf diese Weltkarte und grübelst ratlos vor Dich hin: „Was soll ich denn nur tun? Wo soll ich denn jetzt hin? Wo gibt es keine Kriege? Wo kann ich auf ein halbwegs würdevolles Leben hoffen? Wo gibt es einiges an Arbeit? Wo gibt es kaum Naturkatastrophen? Wo ist das Wetter noch immer einigermaßen ausgeglichen? Wo läuft die Wirtschaft einigermaßen rund? Und wo scheint auch die Demokratie noch zu funktionieren?“

Auf welches Stück der Weltkarte würdest Du zeigen?

Und dann, während Du weiter grübelst, kommt im letzten Moment noch ein weiterer Gedanke:
„Wo wohnen denn eigentlich die, die seit 100 Jahren mit ihren Autos, ihren Kohlekraftwerken und mit ihrer endlosen Fliegerei um die halbe Welt dafür gesorgt haben, dass mir jetzt meine Hütte weggeschwommen ist?! Ja! Genau die! Zu denen gehe ich! Denn die können mich nicht abweisen — die sind’s doch gewesen!“

Und wir?

Wir „begrüßen“ Dich dann als „Wirtschaftsflüchtling“ aus einem „sicheren Herkunftsland“.

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