Von den Rechten lernen heißt konstruktiven Größenwahn lernen. Oder: Schluss mit dem Gejammer!

Posted by

Es ist eine unbequeme Wahrheit, aber man sollte sie aussprechen: von den extrem rechten politischen Parteien kann man heute lernen, was es heißt, politische Energie zu entfalten. Also: mit aller Macht und vollem Selbstvertrauen einzufordern, dass man das Land, in dem man lebt, verändern kann. Der Verve und die Energie, mit der die rechten Parteien und Personen das tun, sollten — so schwer es einem fällt, sich das einzugestehen — Inspiration und Ansporn sein!

Wer heute aus einer linksliberalen Position (Vorsicht bei den alten Bezeichnungen, aber der Einfachheit halber nutze ich sie hier nochmal) auf die Politik schaut, der hadert und zweifelt:

Es gibt ja so viele Sachzwänge!
Und wie soll man denn diesem System beikommen?
Und in Europa ist es ja auch alles so schwierig!
Und die mühsame Ochsentour in den Parteien, oh weh!
Und die internationalen Banken! Und die Lobbyisten mit dem vielen Geld!

Und zu unserer Idee müssten wir vielleicht erstmal ein Paper schreiben.
Aber das liest ja dann eh wieder keiner!

Und so weiter und so weiter.

Nur: auf diese Weise wird man keinen politischen Kampf gewinnen!

Wie man sich mit breiter Schulter und ohne Gejammer in den Kampf wirft, das kann man bei den Rechten sehen. Die prügeln ihre bislang menschenverachtenden und oft grund(ge)rechtsfeindlichen Agenden voran, als ob es die demokratischen Nachkriegstraditionen nie gegeben hätte! Dabei könnten sie nun wahrlich jammern und klagen, dass es ja leider immernoch so viele aufrechte Demokraten und Institutionen und Systeme und Wähler und Richter gibt, die ihrem widerlichen Kurs entgegenstehen.

Sowas habe ich aber von Trump, Höcke oder Le Pen noch nicht gehört. (Nur über die Presse jammern sie, aber dann machen sie sich halt ihre eigene, vor allem im Internet.) Sie zagen und hadern nicht damit, dass sie ein ganzes System über den Haufen werfen wollen – sie stellen sich schlicht hin und erklären, dass sie es tun werden.

Und deren Anhänger? Die finden das super.

Warum, um alles in der Welt, haben wir Linken, wir Progressiven nicht denselben Verve? Nicht denselben Mut? Nicht die Energie, uns unsere Welt so neu zu denken, dass wir darin mit Freude leben wollen?! Anstatt den destruktiven Hetzern die schönen Werkzeuge „Mut“ und „Selbstvertrauen“ schlicht zu überlassen?

Das muss ein Ende haben!

Diese Gedanken sind übrigens in dieser Form nicht auf meinem Mist gewachsen. Sondern ich habe sie mir gestern Abend von Hanno Burmester um die Ohren hauen lassen, beim Launch des Democracy Lab des Progressiven Zentrums. Er sprach dort von den Zielen des Labs und vermittelte dabei in seinen Worten die obenstehenden Gedanken. Und er verwies auf den Entwurf eines Papers, das man dort mitnehmen konnte, wo unter anderem folgendes drin steht (Original Englisch, meine Übersetzung):

Wir müssen die nationale und internationale Architektur politischer Arbeit neu aufbauen. Damit das gelingt, brauchen wir Individuen, die das selbst in die Hand nehmen. Es braucht mehr als politische Mandate. Es braucht individuelle Verwegenheit – die Erlaubnis an sich selbst, das zu versuchen, was andere als unmöglich darstellen. Es braucht Menschen, denen klar ist, dass das Menschengemachte immer verändert werden kann. Im Weg stehen uns als größte Hürde unsere eigenen begrenzten Überzeugungen: wir sehen eine Welt ohne Alternativen; eine Welt, in der bedeutsame Umgestaltung nichts als ein Traum ist.

Auf der illiberalen Rechten kann man eine Menge Menschen sehen, die mit aller Macht das angeblich Unmögliche betreiben. Nehmen wir Donald Trump – einen Mann getrieben von der Überzeugung, dass er Dinge umsetzen kann. Wie verabscheuungswürdig seine Ziele und wie verabscheuungswürdig seine Mittel zur Erreichung dieser Ziele auch sein mögen – Progressive können von seinem Glauben an die eigene Durchsetzungkraft lernen. Wir brauchen liberale Demokraten, die die Dinge selbst in die Hand nehmen, bevor sie um demokratische Erlaubnis bitten, dies tun zu dürfen. Wir brauchen Demokraten, die es als edle Eigenschaften betrachten, wenn man das Spektakuläre versucht und dabei auch spektakulär scheitern kann. Welche guten Ideen zur demokratischen Innovation es auch geben mag; welche guten Ideen wir auch immer entwickeln mögen: sie sind nichts wert ohne Individuen, die die höchste Verantwortung übernehmen, und die ihr Bestes geben, um Großartiges zu leisten, zum Wohle der Demokratie und dieses Planeten.

Na aber! Genau so ist es! Wenn ich gekonnt hätte, dann hätte ich so etwas letztes Jahr in meinen Auftakttext zu diesem Blog und als Leitlinie über mein neues politisches Leben geschrieben.

Lasst uns gemeinsam konstruktiven Größenwahn* entwickeln!

Ich wollte hier schon lange einen Text dazu schreiben, dass mir der Mut und die Stärke und die Begeisterung für große politische Ideen in den Programmen der Parteien fehlen. Und ich denke seit Monaten über einen anderen Text nach, in dem ich das Erzählen neuer Geschichten über unser künftiges Zusammenleben einfordern will. Aber der Gedanke, dass man sich nötigenfalls auch mal beim politischen Gegner abschauen kann, wie das geht — der war mir bisher nicht gekommen!

Aber diese Gedanken werden ab heute bei mir sein und mir Kraft und Mut geben – dankesehr, Hanno Burmester!

==

*Ich glaube, Hanno erwähnte bei der Veranstaltung auch diesen Ausdruck, ich will ihn mir nicht unredlich ans eigene Revers heften.

20 comments

  1. Ich habe so meine Zweifel mit einer Strategie eines „konstruktiven Größenwahns“.
    (1) Die Rechten inszinieren sich sehr wohl als Opfer. (Stichwort: white genocide, Merkel-Diktatur und was es da nicht alles gibt).
    (2) Der rechte Größenwahn basiert auf der Annahme von Überlegenheit (Stichwort: white supremacy).

    Die Rechten können sich erfolgreich einem Größenwahn verschreiben, weil dieser perfekt in ihr ideologische Gebäude passt. Jede Form von Größenwahn beinhaltet das Element der Überlegenheit. Ich glaube nicht, dass die Linksliberalen damit gut beraten sind. Vielleicht gibt es andere Attribute, die es besser treffen und wo Inhalt und Form mehr beieinander sind: mutig, engagiert, tatkräftig, zuversichtlich usw.

    Gefällt mir

    1. Da ist wohl was dran.

      Aber ich glaube auch nicht, dass linksliberaler konstruktiver Größenwahn derart „genau“ die Rechten kopieren würde. Es geht eher darum, über „mutig, engagiert, tatkräftig, zuversichtlich“ hinaus Projekte zu wagen, die einfach größer sind, als das Drehen an den Schrauben, die das System heute schon vorgibt. Und das mit der Selbstverständlichkeit zu tun, die heute noch zu oft hinter vorsichtig-entschuldigendem Verzagen zurückweicht.

      Vielleicht ist das ja keine Haltung, die sich letztlich am Getue der Rechten orientiert, deren Art aber als Anlass nimmt, eine eigene Version davon auf unserer Seite zu entwickeln.

      Dass wir uns nicht als genetisch oder kulturell überlegen wahrnehmen, muss uns ja nicht davon abhalten, trotzdem ganz viel Mut zusammenzunehmen, um dann auch größenwahnsinnige Projekte anzugehen, weil … weil es sonst keiner macht, und es gemacht werden muss.

      Gefällt mir

      1. Ja, ich verstehe schon, was du meinst. Trotzdem bereitet mir die Begriffswahl Bauchschmerzen. Ich würde zwischen visionär und meinetwegen auch verwegen und größenwahnsinnig unterscheiden und ich glaube, dass diese Unterscheidung wichtig ist. Im Kern der Moderne steckt die Überzeugung der Machbarkeit. Wir können die Welt vermessen, berechnen und beherrschen und dabei leitet uns die Vernunft, welche ein gutes Ergebnis für alle garantiert. Das ist das alte liberale Versprechen und das Versprechen der Moderne. Das ist aber nur ein Teil davon und blendet die ganze Gewalt und das Elend aus, wie du es ja hier u.a. mit der Kapitalismusserie nachvollzogen hast. Gerade die Geschichte des 20 Jh. ist voll mit größenwahnsinnigen sozial-politischen Projekten. Aus gutem Grund schrecken wir davor zurück.

        Wir brauchen einen Ausstieg aus der Steigerungslogik, eine militärische und industrielle Abrüstung, aber ohne ganze Bevölkerungsschichten auszugrenzen und abzuhängen. Das ist eine große Aufgabe und ich würde sagen: yes we can! Aber wir stehen erst ganz am Anfang. Wo sind die konkreten Visionen, denen wir uns anschließen können? (Es gibt sie – in Ansätzen.)
        Doch ich glaube, wir müssen uns dabei von der alten Vorstellung der unbegrenzten Machbarkeit und Kontrollierbarkeit des Sozialen verabschieden. Der Philosoph Odo Marquardt hat mal ein berühmtes Diktum von Karl Marx abgewandelt: Die Geschichtsphilosophen haben nur versucht, die Welt zu verändern, aber es kommt darauf an, sie zu verschonen.

        Gefällt mir

      2. Ich verstehe, was Du schreibst und habe den Eindruck, dass wir vielleicht ein Missverständnis haben. Ich glaube, dass wir hier von unterschiedlichem „Maßen“ von „Verwegenheit“ ausgehen, wenn man das so sagen kann.

        Wenn ich von „konstruktivem Größenwahn“ spreche, dann meine ich damit keine totalitären Ideologien oder ganz-gesellschaftliche Umkrempelungsideen à la 1. Hälfte 20. Jahrhundert. Ich meine größenwahnsinnig im Verhältnis zu dem, was wir uns in den letzten 15 Jahren zu denken erlaubt haben.

        Vor kurzem schrieb mir ein sehr kluger Student, dass er sich letztlich abgeschminkt habe, in Deutschland und Europa noch Politik machen zu wollen, weil er hier keinen Gestaltungsspielraum mehr sehe. Er wolle jetzt lieber in Entwicklungsländer gehen, um dort vor Ort mehr „Impact“ auf unseren Planeten zu haben. Hierzulande sei ja jede Gestaltungsmöglichkeit wegen des Wusts aus Finanz- und Industrielobby und dem komplexen Dschungel in Brüssel unmöglich geworden.

        Und da sage ich jetzt: Nein! Das kann nicht unsere Haltung sein! Wir müssen den Anspruch erheben, Europa wieder nach unseren Ideen von Freiheit, Solidarität und Menschlichkeit zu gestalten, anstatt einfach die Waffen zu strecken. Lasst uns an dieser Stelle „konstruktiven Größenwahn“ an den Tag legen und überlegen, wo wir wie ansetzen können (und wenn es 20 Jahre dauert), um das wieder umzukehren.

        Gestern habe ich bei PulseofEurope „FossilFreeBerlin“ kennengelernt, die haben die Stadt Berlin davon überzeugt, aus allen fossilen Investments auszusteigen. Denen haben die Leute vorher gesagt „Ihr habt doch eine Macke.“

        Verstehst Du, wie klein die Ideen sein muss, um dennoch schon als Größenwahn angesehen zu werden? Wir MÜSSEN größer denken als zuvor, Behutsamkeit allein bringt uns nicht weiter.

        Gefällt mir

  2. Was den Parteien mangelt ist eine Vision. Wie soll die Gesellschaft der Zukunft aussehen? Das bestehende System setzt enge Grenzen. Und auch Trump, Le Pen oder Höcke wollen es nicht über den Haufen werfen. Auch Mussolini und Hitler verwarfen es nicht. Sie waren sogar die ersten, die die erste große Privatisierungswelle anschoben. Die Vorläufer des »Neoliberalismus« sozusagen. Man findet das leidet nicht in den normalen Geschichtsbüchern, deshalb erlaube ich mir zwei Links:

    »THE FIRST PRIVATIZATION: SELLING SOEs AND PRIVATIZING PUBLIC MONOPOLIES IN FASCIST ITALY (1922-1925) «
    http://www.ub.edu/graap/bel_Italy_fascist.pdf
    und
    »Against the mainstream: Nazi privatization in 1930s Germany «
    http://www.ub.edu/graap/nazi.pdf

    »Rechts« , »Neoliberalismus«, Faschismus und das bestehende System haben mehr gemein als man annehmen und zugeben möchte. Und von »Mitte« und »links« fehlen die echten Zukunftsvorschläge. Sie vertreten nicht einmal einen konsequenten Humanismus. Schon dies allein lässt an deren Glaubhaftigkeit zweifeln und die Alternativlosigkeit erkennen. Insgesamt, zwei Seiten ein und derselben Medaille, einer Ausbeutergesellschaft.

    Gefällt mir

      1. Wozu einen Link? Da reicht der normale Verstand. Ich habe die Frage wiederholt gestellt: Was ist der Preis für eine Stunde menschliches Leben? Wenn menschliches Leben unverkäuflich ist, das ist der humanistische Ansatz, dann ist Ökonomie und alles darum denkunmöglich. Oder weißt Du, was der Preis für Dein Leben ist, für Deine Gesundheit, Deine Energie, Dein Wissen … oder von Deinen Verwandten und Bekannten? Wer bestimmt das und warum? Wer gab ihm das Recht dazu? Ist es Willkür oder gibt es dafür eine wissenschaftliche Grundlage? Ich wäre dann eher an einem Link dazu interessiert. Ich hoffe Du kannst nachvollziehen, was ich meine.

        Gefällt mir

      2. Ok, hat vielleicht nicht so viel Sinn, das hier weiter zu diskutieren.

        Die Behauptung, dass „Ökonomie“ als Konzept automatisch gleichbedeutend damit ist, dass wir dem Menschenleben selbst einen Preis zuordnen, verlangt mehr an Argumentation als nur eine Art Anschiss wie: „Benutz‘ halt Deinen Verstand.“

        Gefällt mir

      3. Ok. Sorry, falls es so rübergekommen ist. Es war nicht böse oder feindlich gemeint. Aber die Argumentation ist nicht so kompliziert.
        Wenn man keinen Preis für ein Menschenleben bestimmen kann, weil es nicht käuflich ist, so wie Gesundheit, Liebe, Wissen, Sprache, Freundschaft, Solidarität, Sonnenlicht und ähnlich (Werte ohne Preis), dann kann ich keinen Preis pro Stunde bestimmen oder nur willkürlich. Mit Willkür bewegt man sich auf einem gesellschaftlichen Niveau wie im alten Rom. Wobei ich denke, dass man es tatsächlich nie verlassen hat. (Locatio conductio rei -> Locatio conductio operarum -> Arbeitsrecht) Selbst bei Herrn Marx findet man dazu einen Hinweis. Er stösst darauf, dass ein zeitlich unbegrenzter Arbeitstag eines Arbeiters die Sklaverei wieder hergestellt hätte.
        »Wenn solch ein Verkauf sich z.B. auf seine ganze Lebensdauer erstreckte, so würde er dadurch auf einen Schlag zum lebenslänglichen Sklaven seines Lohnherrn gemacht.«
        und beruft sich dann auf Thomas Hobbes:
        »Der Wert eines Menschen ist wie der aller anderen Dinge sein Preis: das heißt soviel, als für die Benutzung seiner Kraft gegeben würde.«
        Marx weiter:
        »Von dieser Basis ausgehend, werden wir imstande sein, den Wert der Arbeit wie den aller andern Waren zu bestimmen.«
        Lohnarbeit ist also nichts weiter als Teilzeitsklaverei.
        Wenn man keinen Preis für das Menschenleben bestimmen kann, weil undefiniert oder unendlich was auch immer, kann man keinen Preis für Waren und Dienstleistungen bestimmen, in denen menschliche Tätigkeit/Lebenszeit enthalten ist. Sogar ein Brötchen wird unbezahlbar. Der ökonomische Kostenfaktor Mensch ist dann denkunmöglich inklusive Löhne und Gehälter, Sozialleistungen, HartzIV…
        In der Politik äußert sich das Problem zum Beispiel darin, dass man nur noch an Kosten denkt. Wie kann ich etwas finanzieren? Würde man an den Menschen denken, wäre die Finanzierung machbar. Denn wenn die Gesellschaft durch ein Geld gebremst wird, schafft sie sich einfach ein anderes, was Entwicklung und Menschlichkeit ermöglicht.
        Aber das Geldsystem ist nicht die Ursache, sondern ein Mittel mit dem die Willkür umgesetzt wird. Denn egal welches Geld man verwendet, Goldstücke, Getreide, Kaurimuscheln, FIAT-Money, wenn man damit einen Geldumlauf organisiert, bleibt die Frage bestehen: »Was ist der Preis für eine Stunde menschliches Leben?«. Was kostet eine Hausfrau mit drei Kindern, was ein Sportprofi, was ein Opernsänger, was ein Fließbandarbeiter, was ein Lehrer, was ein Bauer …?

        Wenn man sich aber auf einer theoretischen Basis bewegt, in der mein Gewinn Deinen Verlust bedeutet (Nullsummenspiel / natürlich auch wieder alles in Geld berechnet), können immer nur wenige Menschen Profiteure sein. Falls man aus einem Nullsummenspiel ein Plussummenspiel machen will, damit die gesamte Gemeinschaft Gewinner ist, muss man die Basis ändern. Der, welcher in alten Denkmustern verharrt, wird immer die gleichen alten Ergebnisse bekommen. Wer etwas ändern möchte, muss sich auf eine Metaebene begeben. Diese liegt außerhalb von »links«, »mittig« und »rechts« und macht Denken über Ko-Konstruktionen und Kooperation möglich. Erst dann kann man sich darüber Gedanken machen, wie man aus der Nummer rauskommt. So lange man Menschenleben kaufen kann, und sei es nur eine Stunde, sind Solidarität, Humanismus, Gerechtigkeit und Kooperation hohle Phrasen. Dabei wären sie so wichtig, um die Probleme der menschlichen Gesellschaft, Natur und Umwelt zu lösen.

        P.S.: Die Zitate stammen aus: »Lohn, Preis und Profit« , Karl Marx, 1865

        Gefällt mir

      4. Ok, dem kann ich folgen und das Konzept der Teilzeitsklaverei sehe ich auch. Diese ganzen Forderungen erinnern mich jetzt mittlerweile an die ersten Kapitel in „Debt“ — ein Buch, das ich ja hier auf dem Blog immernoch zusammenfasse (es fehlen noch Teile).

        Dort erklärt David Graeber, dass in „vorökonomischer“ Zeit das menschliche Zusammenleben auf unterschiedlichen wirtschaftlichen Ebenen funktioniert hat und dass dabei vor allem ein dichtes Netz an gegenseitigen Verpflichtungen die Versorgung der Bevölkerung ermöglicht hat.

        Aus meiner Sicht ist bei dem ganzen Thema das zentrale Problem die Quantifizierung aller Aktivität darüber, dass man sie auf den gemeinsamen Nenner „Geld“ bringt. Indem eine Grundlage erfunden wird, auf die ALLES (eine Nuss, dreihundert Bananen, eine Woche lang Arbeit, ein Ozeandampfer) zurückgeführt werden kann (Geld), wird die kommerzielle Art Perversion der Gesellschaft möglich.

        Solange wir für einander zur Verfügung stehen (ich mache Dir Schuhe, Du reparierst mein Auto, er baut ihr ein Haus, sie hütet seine Kinder), ohne diese Leistungen zu quantifizieren, weben wir ein Netz aus gegenseitigen Verpflichtungen und schaffen damit Gesellschaft. Im selben Moment, in dem wir alles quantifizieren, machen wir es unpersönlich und schaffen Marktteilnehmer, die sich gegenseitig übervorteilen wollen.

        Der Aspekt des komplett unpersönlichen und durchquantifizierten Tauschvorgangs durch das Geld ist aus meiner Sicht ein ganz wichtiger Aspekt für die Entmenschlichung unserer Gesellschaften.

        Gefällt mir

  3. Ja, »vorökonomisch« ist gut. Der Graeber gab mir eine Reihe Denkanstössen. Ich habe das Buch schon mindestens 6-7mal verschenkt.

    Es gibt also Werte, die keinen Preis haben und somit unverkäuflich sind. Man kann Wissen, Sprache, Lebenszeit, Gesundheit u.ä. nicht vom Menschen trennen. Damit fällt jede menschliche Tätigkeit in diese Kategorie. Die Gesellschaft als Ganzes kann sie natürlich wertschätzen. Und man kann, darauf aufbauend, für, an Geld gewöhnte, Menschen ein »Geldsystem« bauen (so lange es notwendig ist – in Wirklichkeit eine Simulation), was aber kein Tauschmittel oder Wertaufbewahrungsmittel ist. Nur ein reiner Wertmaßstab. Ein Wertmaßstab kann aber nicht knapp sein. Zentimeter oder Kilogramm sind unendlich vorhanden. Ebenso ist es die menschliche Leistung. Das Geld wäre nicht mehr begrenzt und könnte überall hinfließen, wo die Gesellschaft/Gemeinschaft es benötigt.

    Wenn Du eine gute Stimme hast und Schlager oder Opern singen kannst und tust es in der Öffentlichkeit, dann machst Du es nicht nur für Dich, sondern für die Gemeinschaft. Wenn Du älter bist und nicht mehr so viel Manpower hast, aber noch gut lesen und Geschichten erzählen kannst und Kindern eine Freude bereitest, dann tust Du es nicht nur für Dich, sondern für die Gemeinschaft. Wenn Du gern bäckst und mit Brot und Brötchen die Menschen versorgst, dann tust es nicht nur für Dich, sondern für die Gemeinschaft. Wenn Du Unternehmer bist und Fahrräder produzieren lässt, dann tust Du es nicht nur für Dich, … Wenn Du als Mitarbeiter in der Fahrradfabrik tätig bist, dann … und so weiter. ( So funktioniert es praktisch heute schon.) Also was willst Du dann von der Gemeinschaft? Geld oder die bestmögliche Lebensqualität als Wertschätzung? (Der Preis/Lohn ist keine Wertschätzung, sondern das Ergebnis einer Verkaufsverhandlung.) Diese Lebensqualität kann Dir die Gemeinschaft bieten, wenn die Menschen kooperieren. Du stehst für die Gemeinschaft (nicht für jemanden persönlich) und die Gemeinschaft steht für Dich. Es ist ein kleiner Unterschied zu dem »für einander zur Verfügung stehen«. Aber mit imensen Auswirkungen. Das hat dann zwar alles noch mit Wirtschaften zu tun, aber nichts mehr mit der Ökonomie.

    Die Geldschöpfung wie in Guernsey, wäre nur ein erster, aber deutlicher, Schritt in diese Richtung. Die Menschen sind da (man braucht keine »besseren«), die Infrastruktur ist da, die Ideen sind da und man könnte sofort beginnen. Sogar ohne Revolution und Blutvergießen, ohne jemandem etwas wegzunehmen. Allein ein paar Sätze Gesetzestext und die Weichen wären gestellt.

    Das ist meine Sicht auf die Dinge (hier natürlich nur in Bruchteilen) und Du verstehst oder kannst vielleicht nun ein wenig besser nachvollziehen, dass ich mit »rechts«, »mittig« und »links« wenig anzufangen weiß. Ich sehe im Moment keine maßgebliche politische Kraft, die an wirklichen Veränderungen interessiert ist. Alles läuft immer nur auf Flickschusterei am Bestehenden hinaus. Die Rettung des Kapitalismus und der Lohnarbeit 😉 Ratlosigkeit, Unwissenheit, Angst oder Unwille, Boshaftigkeit, Herrschsucht – ich weiß es nicht, was jemanden noch an diesem unmenschlichen System hält.

    Gefällt mir

      1. Du wirst lachen, ich arbeite seit letztem Dezember an einem Blogbeitrag. Es ist so schwer, das Einfache in Worte zu fassen. Viele Dinge sind dabei, wo sich mein Verstand zuerst sträubte, sie zu akzeptieren. Da man im Allgemeinen politisch und ökonomisch »vorgebildet« ist, wird man sich zunächst weigern, meine Gedanken anzuerkennen. Es ging mir wirklich nicht anders. Aber es bleibt eine Tatsache: »Der Kaiser ist nackt«. Es ist auch nicht alles auf meinem Mist gewachsen. Ich nutze viele fremde Analysen und Ideen aus der Geschichte und Gegenwart. Auch meine Erfahrungen und Beobachtungen aus Opensource/Linux spielen eine Rolle. Das Einzige, was ich inzwischen mache, ich füge die Puzzleteile zu einem Bild zusammen, weil alles miteinander verwoben ist.
        Ich will so schreiben, dass möglichst viele Menschen es nachvollziehen und verstehen. Gleichzeitig liefere kein fertiges Konzept, was ich in der Form nicht habe, damit sich viele Köpfe Gedanken machen und mehr Ideen einbringen können. So wie alles jetzt läuft kann es nicht weitergehen. Am Beispiel von Griechenland bekommt man gerade eine Echtzeitdemonstration, was Politik, Recht und Ökonomie alles nicht können. Man erlebt ein Totalversagen. Es gibt keine Hilfe von »oben«. Auch in Zukunft nicht.
        Früher dachte ich, dass Regierung, Parlament, Staats- und Rechtswesen und Wirtschaft irgendwie nach wissenschaftlichen Grundlagen handeln (sowas wie wissenschaftlicher Beirat oder Rechtsstaat hört sich ja auch gut an), inzwischen habe ich erkannt, dass alles auf rein ideologischen Regelwerken basiert. Und das ist auch logisch. Wenn die Theorie der Basis, die Ökonomie, unwissenschaftlich ist, dann kann man das ganze System nur mit einem juristischen und ökonomischen Regelwerk zusammen halten, welches von der Politik komplettiert und umgesetzt wird. Und wenn ich sonst nur sehr ungern auf Wikipedia verweise, drückt dieser Beitrag meinen Erkenntnisstand aus: Normative Wissenschaft / Normative science https://en.wikipedia.org/wiki/Normative_science . ( Man sollte dabei aus den beiden Versionen eine machen. )
        Ich schreibe sporadisch für einen Blog ( im Nicknamen verlinkt ) und führe persönlich einen (chaotischen) Arbeitsblog, den ich hier nicht verlinke ;-). Wenn ich meinen Beitrag fertig habe, stelle ich ihn Dir gern zur Verfügung.

        Ach und bevor ich es vergesse. Ich möchte noch ein kleines Fundstück verlinken, welches zu unserem Dialog passt:
        Das Recht auf Faulheit
        Widerlegung des »Rechts auf Arbeit« von 1848
        Paul Lafargue, 1883 (Freund und Schwiegersohn von Karl Marx)
        http://www.wildcat-www.de/material/m003lafa.htm

        Gefällt mir

      2. Also erstmal ist es nicht notwendig darauf zu verweisen, dass das, was Du schreibst, nicht alles auf Deinem Mist gewachsen ist. Das war noch bei keinem Menschen so, der je einen komplexeren Gedanken gehabt hat. 😉

        Zweitens kann ich mich gern anbieten, die Text(teil)e, die Du womöglich schon hast, gegenzulesen und mit daran zu arbeiten. Denn den Anspruch, allgemeinverständlich zu schreiben, habe ich hier ja auch.

        Gefällt mir

  4. Vielen Dank für das Angebot. Vielleicht komme ich darauf zurück. Im Moment bin ich noch am Sortieren, da beim Schreiben so viele Dinge angesprochen wurden, die einzelner Erklärungen bedürfen. Vor allem deshalb, weil heute viele Begriffe zweckentfremdet verwendet werden bzw. ohne wirkliche Bedeutung (eher tautologischer Füllstoff) sind, dass ich Definitionen nachschieben muss, damit der Leser überhaupt weiß, worüber ich schreibe, was ich meine. Schließlich unterscheiden sich meine Ansichten, Ideen und Vorschläge zum Teil deutlich von dem, was man von Elternhaus, Schule, Uni, Wirtschaft, Politik und Medien täglich eingebläut bekommt. Für jeden Co-Autor ein riesiger Aufwand, für mich ein doppelter.

    Gefällt mir

    1. Naja, genau dafür ist dieses Blog ja gedacht: die alten „Weisheiten“ infrage zu stellen und zu gucken, was dann passiert. Dass das Aufwand ist, ist klar. Deswegen kämpfe ich ja auch so mit Graeber — da muss man sich auch erstmal die sinnvollen und nützlichen Erkenntnisse rausfräsen.

      Gefällt mir

  5. Hi Martin,
    wir wollen Dir zu Deiner Website gratulieren und uns kurz vorstellen!
    Wir sind das RadioMorgenland und sehen uns der Mission verpflichtet, dass umzusetzen was im Film „Tomorrowland“ die Schlüssel-Idee darstellt: Die Stimmung der Angst Mittels der Aufklärung auszugleichen.
    Die Ironie der Geschichte fördert mehr und mehr zu Tage, dass die Aufklärung heute im Sinne einer kritischen Vernunft nicht mehr genügt und die Ebene des Gefühls und des Glaubens zwingend einbezogen werden muss.
    Daher erachten wir die Kunst in all Ihren Ausdrucksformen als entscheidender Schlüssel und Schmelztiegel, in dem die Wissenschaften und der Glaube ein größeres Ganzes ergeben.
    Auch wenn sich das SiliconValley auf den Weg des HyperLiberalismus begeben hat und damit den Sozialstaat zu bedrohen beginnt, gilt es anzuerkennen, was das enorme Innovationspotential freigesetzt hat.
    Es waren die Hippies und die Kultur des Verschmelzens. Bis heute ist der BurningMan der entscheidende Nukleus aus dessen Kern die Innovationskraft strahlt. Der BurningMan verkörpert das Verständnis von einer aufgeschlossenen Zukunft. Dennoch zeigt sich mit der rasanten Entwicklung des SiliconValleys wieder einmal die Anfälligkeit der menschlichen Natur im Hinblick der Hybris und einer anthropozentrischen Denkweise. Daher erachten wir den Begriff der „Demut“ wie er in allen Glaubensgemeinschaften seinen Ausdruck findet, als unerlässliches Werkzeug und unerlässlichen Begleiter jeder Zukunftsstrategie.
    Wir verstehen Deinen Ansatz des konstruktiven Größenwahn & progressiven Populismus und möchten hierbei nur auf einen unserer Beiträge verweisen ….die „Welle“.

    Gefällt mir

    1. Ich glaube, ehrlich gesagt, dass die Probleme, die wir derzeit haben, nicht an zu viel, sondern an zu wenig Aufklärung liegen. „Gefühl“ und „Glauben“ sind doch die Kräfte, die uns grade die gasnzen Probleme bereiten: die Leute haben ein Bauchgefühl dazu, dass die Flüchtlinge uns schaden. Die Leute haben das Bauchgefühl, dass Griechenland seine Schulden gefälligst bezahlen muss. Viel Männer „fühlen“, dass die Frau eher am Herd stehen sollte, etc. Aus meiner Sicht ist grade nichts so wichtig wie das möglichst rationale Nachdenken darüber, wie wir mehr Wohlfahrt und Freiheit für mehr Menschen schaffen.

      Gefällt mir

      1. Wir erleben im Moment vermutlich den bedeutendsten Umbruch in der Menschheitsgeschichte, der auch dadurch gekennzeichnet wird, dass die rationale Handlungsfähgikeit des Menschen an seine biologischen Grenzen stößt. Thomas Metzinger beschreibt in seinem Essay http://www.philosophie.uni-mainz.de/Dateien/Metzinger_SIR_2013.pdf sehr gut die physischen Randbedingungen des menschlichen Organismus.

        Kurz gesagt scheitert der Mensch daran rational zu handeln, weil die Gehirnareale welche uns ermöglichen rational zu denken aus evolutionärer Sicht zu jung sind, um gegen die Impulse des Triebhaften Gehirnareals erfolgreich anzukämpfen. Insbesondere wenn Ängste im Spiel sind, schaltet das Gehirn um und wird unfähig rationale Überlegungen klar zu erfassen und zu verwirklichen.

        Die Technologische-Informationsexplosion erzeugt im 21. Jhr. das selbe Moment, welches zur Zeit der Erfindung des Buchdrucks zur tiefgreifenden Reformation der westlichen Welt geführt hat. Jedoch verdichten sich die Zeiträume in denen sich Informationen verbreiten – global und nicht nur lokal wie zur Zeit Luthers – so extrem, das nicht nur der Philosoph Peter Sloterdijk bereits vom Phänomen der „Synchronität“ spricht. Ray Kurzweil geht sogar noch einen Schritt weiter und erwartet eine technologische Singulariät.

        Diese Phänomene haben zur Folge, dass wirtschaftliche, politische, kulturelle etc. Entwicklungen beginnen in einem Raum der Gleichzeitigkeit in sich zu stürzen und umzustülpen. Unter der Kuppel des übergeordneten Klimawandel verdichten sich alle gesellschaftlichen Beschleunigungsprozesse zu Instabilitäten – da die Monokultur Technologie/Wisschenschaftsfanatismus vorherrscht – und führen zu einem Zustand permanenter Abgespanntheit.

        Nahezu alle wirtschaftlichen Unternehmen geraten mehr und mehr in den Sog der digitalisierenden Umwälzung und sind dazu angehalten mit dem Tempo des Silconvalleys mitzuhalten.

        Die Plattformen sind die Taktgeber/der Herzschlag der globalen Transformation.

        Da jedoch das System heiß läuft und geordnete westliche Staaten wie Deutschland bereits an die Grenzen Ihrer dynamischen Verwaltungs-Flexibilität stoßen, verlieren diese Staaten zunehmend Ihre gesellschafts-stabilisierende Funktion. Dummerweise steht schon die nächste Technologie in den Startlöchern https://www.transform-magazin.de/blockchain-der-code-fuer-eine-bessere-welt/ (hier haben wir auch ein Kommentar mit weiteren Links hinterlassen). Diese wird ebenfalls dazu beitragen dass der Staat weiter entmachtet wird.

        So wie die Kirche durch den Buchdruck entmachtet wurde, so wird nun langsam aber sicher vermutlich auch der Nationalstaat entmachtet.

        An sich wäre das ja nicht NUR schlecht….aber das Problem ist im Moment das Tempo/ die Gleichzeitigkeit!

        Hinzu kommt, dass wir auf lokaler Ebene in Deutschland ein überalternde mündige Generation vorfinden, die dass alles nicht mehr überblickt und die jungen Menschen haben sich noch nicht Ihre Machtposition erkämpft. http://www.wolfgang-gruendinger.de/alte-saecke-politik/ (Deutschland spielt für die Zukunft und die Welt eine zentrale Rolle…)

        Der Westen demonstriert im Moment zudem mit seinen „Innovationsinseln“, die sich in den letzten Jahren auf die Überhöhung des Individuums und die Freiheit konzentriert haben, dass der Gemeinschaftssinn der Masse zunehmend ausgehölt wird, weshalb die Eliten jener Inseln inzwischen unter Beschuss geraten.

        Das Konzept der Aufklärung und Rationalität kippt, weil es wiederum nur neue Herschaftsstrukturen etabliert hat…Wissen ist und bleibt Macht, und der Mensch besitzt die gleiche Gemüts-Natur wie vor 1000 Jahren….https://www.heise.de/tp/features/Vom-Aberglauben-zum-Wissenschaftsglauben-3704868.html

        Die Masse begreift den Wissenschafts-glauben daher mehr und mehr wieder als Buch mit sieben Siegeln. Doch dieses Mal genügt es nicht nur den Text der digitalen Bibel Namens WWW zu übersetzen, denn die Inhalte und vor allem die Zusammenhänge sind selbst für Wissenschaftler zu Komplex geworden. Weshalb es wieder emotionale Geschichten braucht die den Wissenskern ergänzend verbildlichen (Umgekehrt wie zu Luthers Zeiten)

        Zumal die Wissenschafts Mittels der Textausgabe, aufgeheizt durch die technologische-informationsexplosion, sich selbst kanibalisiert https://aeon.co/ideas/science-has-outgrown-the-human-mind-and-its-limited-capacities ….

        Dies führt in der breiten Gesellschaft zu einem immensen Vertrauensverlust. Das Vertrauen der Menschen kann jedoch durch rationale Worte nicht mehr zurück gewonnen werden, da
        1. Rationale Worte sehr schwer ein Gefühl erzeugen können, erst recht das Gefühl „Vertrauen“ und
        2. es langfristig-angelegte Taten braucht, die die rationalen Worte untermauern um das Gefühl des Vertrauens zu verfestigen.

        Für Taten brauch es jedoch ebenfalls in letzter Konsequenz immer einen Gefühlsimpuls, eine Motivation/Intension. Und heute mehr denn je ein inklusives Wir-Gefühl und kein Wir-Gefühl eines exklusiven HightechlibertyBildungs-LionsClub und erst recht nicht das Wir-Gefühl eines verängstigten und aggressiven Mobs.

        Da jedoch der Staat weiter zunehmend zum passiven/hinter hinkenden Akteuer gegenüber den Turbokapitalisten wird und diese wiederum die Vertrauenspartner bleiben, um den gesellschaftlichen Verfall durch Arbeitsplätze zu verhindern, verwirklichen sich die Taten weiterhin maßgeblich durch eben diese Herrscherschaften und Machthaber. Um Mitarbeiter und Konsumenten bei Laune zu halten, setzen diese gekonnt ebenfalls massiv auf Emotionen und Gefühle. Die Pop-Aushängeschilder, Pop-Stars, Pop-Filme, Pop-Musik an vorderster Front.

        Deshalb sind wir überzeugt, dass ein Umbruch – Herstellung des Gleichgewichts – nur gelingt wenn die Macht des Glaubens anerkannt wird. Denn er ist maßgeblicher Stimmungs- und Gefühlemacher in diesem Affenzirkus.

        Gleichzeitig müssen jedoch die „Pop-Gefühle“ durch Fragen und Aufrufe flankiert werden die sich an die Rationalität der Menschen wenden.

        Dann brauch es tatkräftige Macher, von denen es da drausen schon zahlreiche gibt, die am Gemeinwohl interessiert sind und sich einer immer größeren Popularität erfreuen. Jedoch nicht Macher von denen jeder volkommen unabhängig sein Süppchen kocht, dafür läuft uns langsam aber sicher die Zeit davon. Es braucht einen Schulterschluss. Ein Wir-Gefühl dieser Pioniere.

        Und wo gilt es dann gemeinsam den Hebel anzusetzen…..Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die Infrastruktur(Produktionsmittel) im Denken der Menschen den zentralen Stellenwert einnehmen sollten. Die Infrastruktur ist das Nervensystem der Welt. Es geht im Kapitalismus langfristig nicht um Neben-(Konsum)-Produkte sondern um Infrastruktur.

        Die Vorreiter des Siliconvalley weisen die Richtung. Serverfarmen – die physikalischen Plattformen von Facebook & Co. – sind die neuen Kraftwerke unserer Gesellschaft.

        Hinzukommt, dass wenn die Menschen beginnen Produkte vom Standpunkt der Infrastruktur zu denken und Macher und Tatkräftige sich gemeinsam noch mehr auf diesen Schwerpunkt konzentrieren, es gelingen kann, dass mehr und mehr Infrastruktur durch die Gemeinschaft und nicht durch die Unternehmen erbaut, genutzt und betrieben wird.

        Daher erachten wir die Genossenschaften (bsp. Energiegenossenschaften, Wohnbaugenossenschaften….) als die Zeugen der Vergangenheit (Nachkriegszeit -> Wiederaufbau durch Baugenossenschaten/Kreditgenossenschaften-Volksbanken etc.) und Vorboten der Zukunft.

        Konsumprodukte sollten emotional damit aufgeladen werden, der gemeinsamen Infrastruktur dienlich zu sein und nicht wie bisher dieser zu Schaden.
        Wer damit beginnt die Welt von der Seite der Infrastruktur zu denken – das Pilzgeflecht unseres unübersichtlichen KultUrwalds – und nicht von der Seite des Neben-End-Produkts zu denken, beginnt zu dem damit, die Arbeit der einfachsten Arbeiter ( …vielleicht die Müllmänner/frauen, Bauarbeiter/-innen/Handwerker/-innen) als entscheidenden Beitrag anzuerkennen.

        {In diesem Zusammenhang halten wir ein Duales-Bildungssystem (Verbindung von Ausbildung und Studium) für den einzig richtigen Bildungsweg in die Zukunft. Jeder macht die Erfahrung, was es heißt unten zu stehen und hat die Fähigkeiten erworben auch immer wieder unten erfolgreich sein Dasein zu bestreiten.+ Instandhaltung und Wartung von menschengemachter Infrastruktur – fehlerhaft – lässt sich am besten durch Menschen instandhalten und warten und nicht durch Maschienen }

        Doch zurück zum Gefühl und der Rationalität….was wir mit all dem sagen möchten….Das Zeitfenster schließt sich und wir sind überzeugt, dass wir nur in Kombination von Glaube und Wissen erfolgreich sein werden und das notwendige Potential entfalten und verwirklichen können. http://www.timesofisrael.com/meet-the-orthodox-jewish-physicist-rethinking-the-origins-of-life/

        Denn die Mitbewerber heißen nicht nur SilivonValley/America sondern ebenso China, Indien und Afrika, deren ethnische Kulturkreise sowohl den Glauben und das Wissen als Werkzeuge für Ihren Fortschritt nutzen werden. China hat bereits begriffen dass es nur um Infrastruktur am Ende vom Tag geht https://www.youtube.com/watch?v=rUwiysrY-3c – denn ohne die Infrastruktur, keine Happiness. Unser Gehirn, jeder Organismus demonstriert dass, auch wenn es bei Bakterien nur um Luft (Liebe 😉 oder Wasser geht in der Sie fröhlich durch die Gegend gleiten, handelt es sich bei beiden Elementen ebenfalls um Infrastruktur.

        Daher beabsichtigt das RadioMorgenland, Mittels von Gefühlen und Wissen, aufklärendes Licht in die Ecken der düster gestimmten Gemüter und Geister zu bringen, https://www.radio-morgenland.com/intension/ um gemeinsam tatkräftig eine Infrastruktur zu verwirklichen die sich (biologisch rein)gewaschen hat. https://www.startnext.com/sirplus

        Lasst uns der Welt zeigen das wir es packen! Die warten alle nur auf uns 🙂 Auf ins Morgenland! https://www.radio-morgenland.com/volle-fahrt/

        P.S. Entschuldige die Ausführlichkeit!

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s